„Wir bringen alle relevanten Guides zusammen – auf Basis der Einschätzung der Köche selbst.“
Im Interview erklärt dfv-Geschäftsführer Thomas Meyer, warum die Nacht der Sterne mehr ist als eine Gala – und weshalb das ahgz-Ranking der Spitzengastronomie echte Orientierung im deutschsprachigen Raum bietet: Über Verantwortung, Netzwerk und Qualitätsjournalismus
Die Nacht der Sterne im Rahmen der Intergastra gilt als eines der bedeutendsten Branchenevents der Spitzengastronomie im deutschsprachigen Raum. Mehr als 275 Sterneköchinnen und Sterneköche aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol kamen 2026 in Stuttgart zusammen. Veranstaltet wird das Event von der ahgz – Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung – gemeinsam mit dem Burghotel Staufeneck.
Im Gespräch mit Genusspunkt spricht Thomas Meyer, seit 2024 gesamtverantwortlich für die DFV Hotel- und Gastromedien, über die Besonderheit des ahgz Sterne Awards, den klaren B2B-Ansatz und die Verantwortung hinter einem Ranking, das von der Branche selbst getragen wird.
Das Besondere ist ganz klar der B2B-Ansatz. Wir veranstalten dieses Event für unsere Branche.
ALEXANDRA GORSCHE: Herr Meyer, was bedeutet die Nacht der Sterne für die Branche?
THOMAS MEYER: Ich glaube, man sieht es hier ganz deutlich: Alle sind hier. In diesem Jahr sind es 275 Sterneköche – darunter auch Köchinnen und Köche aus Südtirol, Österreich, der Schweiz und Deutschland. Eine beeindruckende Anzahl an Drei-Sterne-Köchen ist ebenfalls vertreten.
Was die Nacht der Sterne für die Branche bedeutet, ist vor allem das Ranking auf neutralem Boden. Die Sterneköche selbst erstellen dieses Ranking. Sie bewerten die Relevanz der einzelnen Restaurantführer, und wir werten diese Einschätzungen lediglich aus. Am Ende entsteht also ein Ranking, das aus der Branche selbst heraus definiert wird – es zeigt, wer über alle relevanten Guides hinweg wie positioniert ist. Das bietet Orientierung, und genau darin fühlen wir uns wohl. Das ist Qualitätsjournalismus, wofür wir stehen.
Wie schafft man es, dass eine Rekordanzahl an Sterneköchen tatsächlich präsent ist?
Ganz ehrlich: durch Fleiß – und durch außergewöhnliche Partner. Mit dem Mercedes-Benz Museum haben wir eine beeindruckende Location. „Stern trifft Stern“ – das ist fast schon romantisch. Gleichzeitig haben wir mit dem Burghotel Staufeneck einen kulinarischen Partner, der Herausragendes leistet. Wir servieren elf Gänge für über 1.000 Menschen in einem Museum ohne klassische Eventlogistik. Ich glaube, die Wertschätzung für diese Leistung ist groß. Neben dem Ranking selbst ist es auch diese Anerkennung für das Gesamtpaket, die die Branche spürt und honoriert.
Was macht den ahgz Sterne Award so besonders?
Das Besondere ist ganz klar der B2B-Ansatz. Wir veranstalten dieses Event für unsere Branche – nicht für den Endkonsumenten. Außerhalb der Branche kennt man uns vielleicht nicht so stark, aber innerhalb der Hospitality-Welt sind wir fest verankert. Unsere Aufgabe ist es, Transparenz zu schaffen und Objektivität herzustellen. Wir bringen alle relevanten Guides zusammen – auf Basis der Einschätzung der Köche selbst. Das ist die Quintessenz unserer Arbeit. Und das ist auch unser Anspruch als B2B-Medium: Orientierung zu geben und Qualität einzuordnen.
Was war Ihr persönliches Highlight der Verleihung?
Ich hatte Gänsehaut am ganzen Körper. Es ist eine enorme Verantwortung, die wir tragen. Und es ist etwas Besonderes, an so einem Abend die Wertschätzung der Branche zu spüren – nicht nur für das Ranking, sondern auch für das gesamte Team im Hintergrund. So viele Menschen arbeiten daran, dass dieses Event möglich wird. Wir dürfen das für unsere Branche arrangieren – und das erfüllt uns mit Stolz.
Besonders wichtig ist auch das Netzwerk über Ländergrenzen hinweg. Deutschland, Österreich, Schweiz, Südtirol – wir sind hier zusammen. Viele haben voneinander gelernt. Auf der Bühne wurde betont, wie stark Netzwerke Karrieren prägen. Zahlreiche Köche im Saal haben ihre Ausbildung bei jenen absolviert, die heute an der Spitze stehen.
Es ist ein Klassentreffen der Spitzengastronomie – und wir dürfen dieses Treffen alle zwei Jahre ermöglichen. Das macht uns stolz. Und ich kann es nur wiederholen: Nacht der Sterne bedeutet Gänsehaut am ganzen Körper.
Thomas Meyer trägt seit 2024 die kaufmännische und redaktionelle Gesamtverantwortung für die DFV Hotel- und Gastromedien innerhalb der dfv Mediengruppe. In dieser Funktion verantwortet er unter anderem die strategische Ausrichtung der ahgz – Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung – als führendes B2B-Leitmedium der Hospitality-Branche im deutschsprachigen Raum. Sein Fokus liegt auf Qualitätsjournalismus, Branchenvernetzung und der Weiterentwicklung zentraler Fachformate wie den ahgz Sterne Awards und dem Deutschen Hotelkongress.
Das Besondere ist ganz klar der B2B-Ansatz. Wir veranstalten dieses Event für unsere Branche.
Was passiert, wenn ein Hotelier sein ganzes Lebenswerk auf eine einzige Idee zuspitzt – und sie radikal neu denkt? Ralph A. Riffeser erklärt im Gespräch, warum sein neues Cavallino Bianco Caorle kein Resort, sondern ein emotionales System ist: für Eltern, für Kinder – und für eine neue Definition von Luxus.
Zén in Singapur ist das erste internationale Restaurant der Frantzén Group – Schwester des drei Michelin-Sterne-Restaurants Frantzén in Stockholm und seit 2021 selbst mit drei Sternen ausgezeichnet. In einem historischen Shophouse verschmelzen hier nordische Philosophie, französische Technik und japanische Produkte zu einem Erlebnis, das bewusst wie ein Besuch bei Freunden inszeniert ist: Türklingel, Sofas, Musik, Wohnzimmer-Finale. Executive Chef Martin Öfner spricht über seine kulinarische Prägung, die Arbeit „auf der Frantzén-Bühne“, die Rolle japanischer Mikrosaisonen, den Sinn von Fermentation jenseits des Hypes – und darüber, warum Atmosphäre butterweich sein darf, während die Ausführung messerscharf bleibt.
Acht Plätze, zwölf Gänge, maximaler Geschmack: Im Shio Hamburg verbindet Hubert Haciski japanische Omakase-Tradition mit nordischem Fisch und moderner Dry-Aging-Technik. Im Interview erklärt er, warum Vertrauen heute das wichtigste Menüelement ist – und weshalb die Zukunft von Sushi gerade erst beginnt.
Im Interview erklärt dfv-Geschäftsführer Thomas Meyer, warum die Nacht der Sterne mehr ist als eine Gala – und weshalb das ahgz-Ranking der Spitzengastronomie echte Orientierung im deutschsprachigen Raum bietet: Über Verantwortung, Netzwerk und Qualitätsjournalismus