
Wenn sich im Stuttgarter Mercedes-Benz Museum mehr als 275 Sterneköchinnen und Sterneköche versammeln, entsteht mehr als eine Gala. Es entsteht ein Machtzentrum der Kulinarik – konzentriert, verdichtet, hochprofessionell. Die ahgz Sterne Awards 2026, verliehen im Rahmen der „Nacht der Sterne“, haben eindrucksvoll gezeigt, wie stark die Spitzengastronomie im deutschsprachigen Raum vernetzt ist – und wie sehr sie bereit ist, sich selbst zu reflektieren.
An der Spitze des Rankings stehen 2026 zwei Häuser, die sinnbildlich für unterschiedliche, aber gleichermaßen kompromisslose kulinarische Handschriften stehen: das JAN in München unter der Leitung von Jan Hartwig und die Schwarzwaldstube im Hotel Traube Tonbach in Baiersbronn mit Küchenchef Torsten Michel. Urban geprägte Präzision trifft auf traditionsreiche Haute Cuisine – beide vereint durch handwerkliche Exzellenz und internationale Strahlkraft.
Was dieses Ranking jedoch besonders macht, ist nicht allein die Platzierung, sondern die Methode dahinter. Das exklusive Ranking wurde vom DK Verlag (Dorling Kindersley) gemeinsam mit der ahgz – Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung – erstellt. Grundlage bilden die maßgeblichen Restaurantführer im deutschsprachigen Raum: Guide Michelin 2025, Gault&Millau 2025, Gusto 2026, DER FEINSCHMECKER, Die 500 besten Restaurants in Deutschland 2025 sowie der Falstaff Restaurant & Gasthaus Guide Deutschland 2026. Für Österreich, die Schweiz und Südtirol wurde die Auswahl entsprechend angepasst.
Doch entscheidend ist die Gewichtung: 200 Spitzenköchinnen und -köche wurden länderspezifisch befragt, um die Relevanz der einzelnen Guides für die Spitzengastronomie zu bestimmen. Damit definiert die Branche selbst, welche Bewertungsinstanzen wie stark ins Gesamtranking einfließen. „Die Sterneköche erstellen das Ranking selbst. Sie bewerten die Relevanz der einzelnen Guides – wir werten nur noch aus“, erklärt Thomas Meyer, Gesamtverlagsleiter Hotel- und Gastromedien der dfv Mediengruppe. Das Ergebnis ist ein Ranking auf neutralem Boden – getragen von jenen, die tagtäglich in diesem Wettbewerb stehen.
Gerade in Zeiten, in denen Auszeichnungen inflationär wirken können, schafft dieser Ansatz Transparenz. Der B2B-Charakter des Awards ist bewusst gewählt. „Wir sind ein Event für die Branche, nicht für den Endkonsumenten“, betont Meyer. Die Aufgabe der ahgz sei es, innerhalb der Hospitality-Welt Orientierung zu geben, Objektivität herzustellen und unterschiedliche Guides zusammenzuführen. Für Hoteliers, Investoren und gastronomische Entscheider bedeutet das: Das Ranking liefert eine belastbare Standortbestimmung, weil es mehrere Bewertungswelten zusammenführt und von Brancheninsidern legitimiert wird.
Die „Nacht der Sterne“, die seit 2012 im Rahmen der Intergastra stattfindet und gemeinsam von der ahgz und dem Burghotel Staufeneck organisiert wird, hat sich längst zum länderübergreifenden Klassentreffen der Spitzengastronomie entwickelt. 2026 waren mehr als 450 Spitzenköchinnen und -köche vor Ort, 275 davon mit mindestens einem Michelin-Stern – darunter zahlreiche Drei-Sterne-Größen. Über 1.000 Gäste aus Gastronomie, Hotellerie, Wirtschaft, Politik und Kultur verwandelten das Museum in einen hochkarätigen Branchentreffpunkt.
Dass eine derart hohe Dichte an Spitzenköchen tatsächlich präsent ist, ist kein Zufall. „Durch Fleiß – und durch wahnsinnige Partner“, sagt Meyer offen. Die Location im Mercedes-Benz Museum, die kulinarische Umsetzung durch das Team des Burghotel Staufeneck unter der Leitung von Rolf Straubinger, elf Gänge für mehr als 1.000 Menschen – all das sei Ausdruck von Wertschätzung gegenüber der Branche. Genau diese Wertschätzung spürt man an diesem Abend, wenn Generationen von Köchen aufeinandertreffen.
Netzwerke sind dabei ein zentrales Thema. „Das Netzwerk entsteht über Ländergrenzen hinaus – Deutschland, Österreich, Schweiz, Südtirol“, so Meyer. Viele der anwesenden Spitzenköche haben in denselben Küchen gelernt, bei denselben Mentoren gearbeitet. Wenn auf der Bühne betont wird, dass zahlreiche Talente im Saal einst in der Brigade eines Drei-Sterne-Kochs standen, wird sichtbar, wie stark Ausbildung, Weitergabe von Wissen und gegenseitige Inspiration das Fundament der Branche bilden. Die „Nacht der Sterne“ fungiert damit als Verdichtungspunkt eines Systems, das auf Exzellenz, Austausch und Verantwortung basiert.
Für die Branche liefert das Event mehrere strategische Erkenntnisse. Erstens: Relevanz entsteht nicht allein durch einen einzelnen Stern oder eine einzelne Auszeichnung, sondern durch konsistente Präsenz in mehreren Guides. Zweitens: Reputation wird zunehmend im Netzwerk gedacht – wer ausbildet, fördert und sichtbar bleibt, sichert langfristige Strahlkraft. Drittens: B2B-Medien und Fachjournalismus spielen eine entscheidende Rolle in der Einordnung und Kontextualisierung von Spitzenleistungen.
Die ahgz als führendes Leitmedium der deutschen Hospitality-Branche positioniert sich dabei klar als Impulsgeber. Als Teil der dfv Mediengruppe, einem der größten konzernunabhängigen B2B-Medienhäuser Europas, steht sie für Qualitätsjournalismus, Marktorientierung und Branchenkompetenz. Formate wie der Deutsche Hotelkongress oder die Auszeichnung „Hotelier des Jahres“ unterstreichen diese Rolle – die ahgz Sterne Awards fügen sich nahtlos in diese Strategie ein.
Am Ende bleibt – neben aller Analyse – ein emotionaler Moment. „Ich habe Gänsehaut am ganzen Körper“, beschreibt Thomas Meyer sein persönliches Highlight des Abends. Es sei die Verantwortung, ein solches Format für die Branche ausrichten zu dürfen, und die Anerkennung für die vielen Menschen im Hintergrund. Diese Mischung aus Professionalität und Leidenschaft macht die „Nacht der Sterne“ zu mehr als einer Preisverleihung: Sie ist ein Spiegel der deutschsprachigen Spitzengastronomie – und ein Kompass für ihre Zukunft.
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Wenn sich im Stuttgarter Mercedes-Benz Museum mehr als 275 Sterneköchinnen und Sterneköche versammeln, entsteht mehr als eine Gala. Es entsteht ein Machtzentrum der Kulinarik – konzentriert, verdichtet, hochprofessionell. Die ahgz Sterne Awards 2026, verliehen im Rahmen der „Nacht der Sterne“, haben eindrucksvoll gezeigt, wie stark die Spitzengastronomie im deutschsprachigen Raum vernetzt ist – und wie sehr sie bereit ist, sich selbst zu reflektieren.