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© Cavallino Bianco Caorle
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„Wir bauen keine Hotels. Wir bauen Orte, von denen Familien abhängig werden.“

Ralph A. Riffeser über das Cavallino Bianco Caorle, Luxus ohne Rabattdenken
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Alexandra Gorsche © Conny Leitgeb Photography
2. Februar 2026 |
Alexandra Gorsche

„Wir begleiten Familien über Generationen. Das ist kein Marketing, das ist Realität.“

Was passiert, wenn ein Hotelier sein ganzes Lebenswerk auf eine einzige Idee zuspitzt – und sie radikal neu denkt? Ralph A. Riffeser erklärt im Gespräch, warum sein neues Cavallino Bianco Caorle kein Resort, sondern ein emotionales System ist: für Eltern, für Kinder – und für eine neue Definition von Luxus.

Warum Familienurlaub 2026 eine Tankstelle der Liebe sein muss

ALEXANDRA GORSCHE: Herr Riffeser, das neue Cavallino Bianco Caorle gilt als Leuchtturmprojekt. Was ist der eine Gedanke – das berühmte „Why?“ –, der alles zusammenhält?
RALPH A. RIFFESER: Ich bin seit über 40 Jahren im Geschäft, habe das Cavallino Bianco mit 27 Jahren übernommen und zwischen 2001 und 2002 komplett neu aufgebaut. Damals habe ich etwas etabliert, das es so noch nicht gab: Luxusurlaub für Familien – aber nicht auf Kosten der Eltern.

Ich baue Hotels, in denen Mama und Papa im Prinzip auf Flitterwochen gehen können – und die Kinder einfach mitnehmen. Das war ein Senkrechtstart. Viele Kollegen, auch in Österreich, haben das später kopiert, aber wir haben etwas geschaffen, das über Jahrzehnte funktioniert: Stammgäste, die als Kinder kamen und heute mit ihren eigenen Kindern zurückkehren.

Was war der Moment, in dem klar war: Jetzt bringen wir diese Familienphilosophie an die Adria?
Es kam immer dieselbe Frage von unseren Gästen: „Wo würden Sie uns etwas am Meer empfehlen?“ Ich selbst bin mit meiner Mutter immer ans Meer gefahren – das war mein Traum. Also habe ich mich auf die Suche gemacht. Ich bin kreuz und quer durch Italien gefahren, habe Toskana, Sizilien, alles gesehen. Nichts hat gepasst. 2010 kam ich dann nach Caorle. Es war wie bei einem alten Liebeslied: „Bist du nicht die Kleine, die ich schon in der Schule gern gehabt hab?“ Man erkennt plötzlich etwas wieder, das immer schon da war. Ich habe meine Hausaufgaben gemacht – und diesmal nicht dieselben Fehler wie am Gardasee wiederholt, wo ein Projekt in der Politik versandet ist.

Welche Elemente aus St. Ulrich waren für Caorle unverhandelbar – und was wurde neu gedacht?
Das Fundament ist gleich: rund 100 Einheiten, ausschließlich für Familien mit Kindern. Ausschließlich. Sonst funktioniert dieses Modell nicht. Die Suiten sind so gebaut, dass Eltern und Kinder gemeinsam sein können – aber auch getrennt. Kinder haben eigene Zimmer mit Bad, die Eltern ihren Bereich. Wenn Mama und Papa Zeit für sich brauchen, dann ist das möglich. Das ist kein klassischer Familienurlaub, sondern ein durchdachtes Lebensmodell auf Zeit.

Was bedeutet für Sie „exklusiver Familientourismus“ im Jahr 2026?
Exklusiv heißt nicht elitär. Es heißt: kompromisslos auf die Bedürfnisse von Familien ausgerichtet. Bei uns beginnt das beim Baby und geht bis etwa zwölf Jahre in der Betreuung. Vorschul- und Schulalter sind das Herzstück. Und die Kinder, die mit uns groß geworden sind, dürfen bleiben – sie kommen heute schon mit ihren eigenen Kindern. Wir begleiten Familien über Generationen. Das ist kein Marketing, das ist Realität.

Welche „Hidden Needs“ moderner Familien adressieren Sie in Caorle besonders stark?
Zeit. Zweisamkeit. Entlastung. Wir haben Beauty Farm, Sauna- und Spa-Landschaften, Indoor-Pools, Fitnessbereiche – und gleichzeitig eine professionelle Kinderbetreuung. Die Saison geht von Ostern bis zum 6. Jänner, also durch alle relevanten Ferienzeiten. Und ganz wichtig: eine Tiefgarage für alle Autos. Klingt banal – ist aber für Familien ein echter Stressfaktor. Das sind die Dinge, die man nur sieht, wenn man selbst Vater ist.

Was ist die gestalterische Leitidee des Resorts – und welche Rolle spielt die Lagune von Venedig?
Ich wollte ein venezianisches Palazzo-Märchenschloss für Familien. Ein Haus, das italienische Eleganz, Lagune, Leichtigkeit und Fantasie verbindet. Jede Ecke trägt meine Handschrift. Man hat mir gesagt: „Das dürft ihr nicht, das ist zu opulent.“ Aber die Behörden haben mitgemacht – ich konnte mich austoben wie nie zuvor.

Worauf sind Sie architektonisch am stolzesten?
Auf den Strand. Wir haben fünf Hektar, 250 Meter Meerseite, keine Liegenburgen, sondern 54 Cabanas – kleine Strandhäuser aus Holz, drei mal vier Meter groß, mit Sofas, Tisch, Kühlbox, eigener Photovoltaik, Safe. Man kann ins Meer gehen und alles liegen lassen. Das ist wie ein Einfamilienhaus am Strand. Dazu kommen künstliche Dünen mit Gräsern wie auf Sylt. Wir pflegen den Sand wie andere ihre Skipisten – so fein, dass er sich anfühlt wie ein Poolboden.

Welche Nachhaltigkeitsstandards setzen Sie 2026?
Luxus bleibt Luxus. Wie beim Porsche: Wenn ich so ein Auto fahre, verbraucht es eben Energie. Aber wir machen alles, was sinnvoll ist: Wärmerückgewinnung, Photovoltaik, Wasseraufbereitung, Pool-Rückgewinnungssysteme. Und wir arbeiten an der größten Stellschraube: Lebensmittelverschwendung. Gäste werden aktiv sensibilisiert, nicht zu viel zu nehmen. Nachhaltigkeit beginnt im Kleinen.

Welches Detail trägt am meisten „Riffeser-DNA“?
Der Strand. Ohne Zweifel. Das, was dort entsteht, gibt es so in Italien nicht – und weltweit nur sehr selten. Das ist mein Statement.

Was war für Sie der emotionalste Moment auf dem Weg nach Caorle?
Als klar war, dass mein Traum wirklich gebaut wird. Dass ich etwas umsetzen darf, das es so noch nicht gibt.

Vervollständigen Sie diesen Satz: „Der perfekte Familienurlaub 2026 ist …“
… ein Ort, von dem man abhängig wird.
Eine Tankstelle der Liebe.
Ein Platz, an dem Mama und Papa sich wiederfinden.

Und was wünschen Sie sich, dass jede Familie nach einer Woche bei Ihnen über sich selbst erkennt?
Dass sie wieder Familie ist.
Dass sie sich festigt.
Dass die Kinder auf der Heimreise weinen – weil sie zurückwollen.
Nicht wegen des Meeres, sondern weil sie gesehen haben, dass Mama und Papa dort glücklich waren. Das ist echte Zweisamkeit. Nichts Gespieltes.

Ich baue Hotels, in denen Mama und Papa im Prinzip auf Flitterwochen gehen können – und die Kinder einfach mitnehmen.

Über Ralph A. Riffeser

Position: CEO des Cavallino Bianco Val Gardena-Dolomiti in St. Ulrich
Herkunft: Südtirol
Bekannt für: Pionier des Luxus-Familientourismus in Europa
Flagship: Cavallino Bianco Val Gardena – Dolomiti (St. Ulrich, Südtirol)
Neues Projekt: Cavallino Bianco Caorle – Venezia (Eröffnung Mai 2026)
Philosophie: Familienurlaub als emotionales System – mit Raum für Kinder und Eltern
Markenzeichen: Konsequentes Qualitätsdenken ohne Rabattlogik, ikonische Architektur, Stammgäste über Generationen

Ich baue Hotels, in denen Mama und Papa im Prinzip auf Flitterwochen gehen können – und die Kinder einfach mitnehmen.

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Ralph A. Riffeser © Cavallino Bianco Caorle
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