
Die Temperaturen kamen vehementen Schrittes und im zügigen Crescendo des Thermometers in sommerliche Sphären. Verändern diese naturgegebenen Parameter und Ingredienzen eigentlich unsere Kommunikation?
Weniger offensichtlich ist jedoch, dass sich tatsächlich auch unsere Kommunikation subtil und messbar verändert. Forschungen aus Psychologie und Linguistik deuten darauf hin, dass Licht, Temperatur und soziale Aktivität einen spürbaren Einfluss darauf haben, wie Menschen sprechen, schreiben und miteinander umgehen.
Im Winter ziehen sich viele Menschen stärker zurück. Weniger Tageslicht beeinflusst Schlafrhythmus, Energielevel und Stressverarbeitung. Gespräche werden häufig kürzer, funktionaler und nüchterner. In Büros zeigt sich dies etwa durch sachlichere E-Mails, weniger Smalltalk und eine stärkere Verlagerung in digitale Kommunikation. Studien zu Kommunikationsdaten belegen zudem, dass soziale Netzwerke in den Wintermonaten kleiner und enger werden: Menschen kommunizieren häufiger mit vertrauten Kontakten als mit neuen Bekanntschaften.
Im Sommer zeigt sich oft das Gegenteil. Mehr Tageslicht und höhere Aktivität fördern Offenheit und Gesprächsbereitschaft. Sprache wird emotionaler, spontaner und sozialer. In sozialen Medien nehmen positive Begriffe, Freizeit- und Aktivitätswörter sowie Zukunftsformulierungen deutlich zu. Menschen reagieren schneller auf Nachrichten, Gespräche dauern länger und soziale Interaktionen werden vielfältiger.
Es zeigen sich saisonale Veränderungen in Emotionalität, Tonfall. Interessant ist dabei vor allem eines: Sprache spiegelt nicht nur unsere Gedanken wider, sondern auch unseren körperlichen und emotionalen Zustand. Jahreszeiten beeinflussen somit indirekt, wie wir Beziehungen gestalten, Konflikte austragen und Nähe herstellen. Das oft, ohne dass wir es bewusst bemerken... bis jetzt. Ich bin sicher, dass sie sich dessen nun wohl doch etwas bewusster geworden sind.
Studien zeigen, dass gerade im Sommer das Wetter auch in sachlichen Themen Einzug hält, wie z.B.: „Herrlich heute, oder? Warst du schon draußen?“ „Man müsste eigentlich die Sitzung nach draußen verlegen“ oder zu Beginn der Woche z.B. „Hoi zäme, ich hoffe, ihr konntet das schöne Wetter übers Wochenende etwas genießen“.
Vielleicht verschieben Sie den nächsten Konflikt, der im Winter entsteht, einfach auf den kommenden Sommer. Kann funktionieren, muss aber nicht. Some like it hot!
Geschichte ist oft eine Frage der Perspektive. Vergessene Heldinnen von Stefanie von Wietersheim verschiebt genau diesen Blick – ruhig, fundiert und mit großer erzählerischer Kraft. Das Buch versammelt Porträts von Frauen, die Pionierinnen, Visionärinnen und Wegbereiterinnen waren, deren Leistungen jedoch im kollektiven Gedächtnis kaum verankert sind. Nicht, weil sie unbedeutend gewesen wären, sondern weil Geschichte lange Zeit selektiv erzählt wurde.
Stefanie von Wietersheim zeichnet die Lebenswege dieser Frauen mit journalistischer Präzision und erzählerischer Tiefe nach. Sie erzählt von Hedy Lamarr, die nicht nur Filmikone war, sondern an der Entwicklung jener Technologie beteiligt war, auf der heutige Bluetooth-Verbindungen basieren. Von politischen Gestalterinnen, gesellschaftlichen Vorreiterinnen, kreativen Köpfen aus Kunst, Mode und Werbung – etwa jener Frau, die den legendären Slogan „I love New York“ prägte und damit Stadtmarketing neu definierte.
INFO
Vergessene Heldinnen – Frauen, die Geschichte schreiben
Autorin: Stefanie von Wietersheim
Verlag: Callwey
Umfang: 240 Seiten
ISBN: 978-3-7667-2789-3
Preis: € 29,95 (D) / € 30,80 (A) / CHF 40,50
Erscheinung: 2025
Backen ist Präzision – und genau hier setzt Die Chemie des Backens an. Nicola Lamb erklärt nicht nur wie etwas gelingt, sondern vor allem warum. Fundiertes naturwissenschaftliches Wissen trifft auf praxisnahe Backrealität, verständlich auf- bereitet und frei von Küchenmythen. Von Mehl, Zucker, Eiern und Fett bis hin zu typischen Fehlern bei Ganache, Biskuit oder Custard: Dieses Buch gibt Sicherheit durch Verständnis.
Über 100 Rezepte, nach Zeitaufwand gegliedert, übersetzen die Theorie in die Praxis – von schnellen Projekten bis zu ambitionierten Klassikern. Ein Buch, das die Angst vor dem Scheitern nimmt und Backen als erlernbares Handwerk begreifbar macht. Pflichtlektüre für alle, die genauer wissen wollen, was im Ofen wirklich passiert.
INFO
Die Chemie des Backens
Autorin: Nicola Lamb
Verlag: Edition Michael Fischer / EMF Verlag
Umfang: 352 Seiten
ISBN: 978-3-7459-2936-2
Preis: € 35,00 (DE), € 36,00 (AT)
Erscheinung: September 2025
Rom erschließt sich am besten über den Teller. Zu Gast in Rom ist weniger klassisches Kochbuch als kulinarischer Stadtspaziergang – geführt von Stefan Maiwald und visuell getragen von Andrea Di Lorenzo. Zwischen Antipasti und Dolci entfaltet sich die römische Küche als gelebte Kultur: ehrlich, reduziert und tief verwurzelt.
Neben ikonischen Rezepten wie Cacio e Pepe, Carciofi alla Romana oder Saltimbocca öffnet das Buch Türen zu versteckten Trattorien, Märkten und Cafés, die fernab touristischer Routen liegen. Anekdoten, historische Einordnungen und präzise Insidertipps machen klar, warum Essen in Rom immer auch Identität ist. Ein Band, der Reise und Küche verbindet – und Lust macht, Rom mit allen Sinnen zu erleben, vor Ort wie zu Hause.
INFO
Zu Gast in Rom
Autor: Stefan Maiwald
Fotografie: Andrea Di Lorenzo
Verlag: Callwey
Umfang: 224 Seiten
ISBN: 978-3-7667-2822-7
Preis: € 45,00
Erscheinung: September 2025
Die Temperaturen kamen vehementen Schrittes und im zügigen Crescendo des Thermometers in sommerliche Sphären. Verändern diese naturgegebenen Parameter und Ingredienzen eigentlich unsere Kommunikation?