
Jeder Rhetorik-Trainer und jede Präsentationsspezialistin hält fest: „‘eigentlich’ kannst du streichen. Sag, was du sagen möchtest!“ Das stimmt natürlich. Denn wer sagt: „eigentlich finde ich das eine gute Sache“, denkt vielleicht: „mir gefällts, aber ich kann es mir nicht leisten“.
Aber wie immer ist auch „eigentlich“ nicht einfach per se gut oder schlecht. „Eigentlich“ kommt ursprünglich von „eigen“. Gemeint war das, was einer Sache im Kern wirklich zu eigen/das eigene ist.
Oft schleicht es sich im zeitgemässen Sprachgebrauch in unsere Sätze wie ein höflicher Vermittler, der dafür sorgt, dass nichts zu scharf, zu direkt oder zu endgültig klingt. Man nutzt es fast automatisch.
Aus einem klaren „Ich will gehen“ wird ein vorsichtiges „Ich wollte eigentlich gehen…“, das weniger nach Entschluss als nach gärender Absicht klingt. Plötzlich steht die Aussage nicht mehr fest, sondern wackelt ein wenig – sozial verträglicher, aber auch unklarer.
Gleichzeitig ist „eigentlich“ ein Spezialist für Zwischentöne. Wer sagt: „Er ist eigentlich nett“, meint selten nur Freundlichkeit. Das Wort öffnet eine Hintertür, durch die leise Kritik hereinspaziert. Es signalisiert: Da gibt es noch mehr, aber ich spreche es (noch) nicht aus.
Vielleicht lieben wir „eigentlich“ genau deshalb so sehr. Es erlaubt uns, ein wenig ehrlich zu sein, ohne uns festzulegen. Es schützt vor Konfrontation und lässt Raum für Nuancen.
Oder anders gesagt: Mit „eigentlich“ meinen wir zwar, was wir sagen – nur eben nicht ganz. Aber wenn wir sagen möchten, was wir wirklich meinen, sollten wir es dennoch „eigentlich-frei“ tun.
Mit der neuen fortlaufenden Editorial-Serie „The Personal Touch“ richtet Portrait Hotels den Blick auf jene Persönlichkeiten, die den Charakter der Häuser in Mailand, Florenz und Rom prägen: Hosts, Concierges, Köche, Bartender oder Mitglieder des Lifestyle Teams, deren Geschichten, Rituale und lokale Perspektiven Teil der Portrait Experience werden.
Im Mittelpunkt stehen persönliche Einblicke, italienische Alltagskultur und jene kleinen Gesten, die aus einem Aufenthalt mehr als nur eine Reise machen. Statt ausschließlich Orte zu zeigen, erzählt die Serie von Menschen, Erinnerungen und Traditionen, die das italienische Lebensgefühl ausmachen.
Im Juli 2026 bringt George Papazacharias, Chef des gefeierten Restaurants Delta in Athen, seine Interpretation moderner griechischer Küche nach Salzburg. Im Restaurant Ikarus im Hangar-7 zeigt er, warum Griechenland kulinarisch längst mehr ist als Moussaka, Souvlaki und Urlaubserinnerung und wie radikal zeitgemäß Herkunft schmecken kann.
Haben Sie sich im Sommerurlaub schon mal dabei ertappt, wie Sie am Strandkiosk standen und sagten: „Ich hätte gerne zwei Kugeln von dem… äh… Eis-Dings da“? Herzlichen Glückwunsch, Sie haben gerade die vermeintlich wichtigste Vokabel der deutschen Sprache benutzt.
Jeder Rhetorik-Trainer und jede Präsentationsspezialistin hält fest: „‘eigentlich’ kannst du streichen. Sag, was du sagen möchtest!“ Das stimmt natürlich. Denn wer sagt: „eigentlich finde ich das eine gute Sache“, denkt vielleicht: „mir gefällts, aber ich kann es mir nicht leisten“.