
Francesco Martucci von I Masanielli in Caserta wurde bei den The Best Pizza Awards 2026 in Mailand zum The Best Pizza Chef 2026 gekürt. Zum zweiten Mal in Folge. Doch die Auszeichnung erzählt mehr als die Geschichte eines Siegers: Sie zeigt, wie global, kreativ und anspruchsvoll Pizza heute geworden ist. Von Neapel über Mailand bis New York, Tokio, Las Vegas und Antwerpen wird Pizza neu gedacht: zwischen Handwerk, Identität, Teigkultur und kulinarischer Zukunft.
Pizza war Alltagsgericht, Seelenfutter, Handwerk, Kulturgut, Trostspender, Treffpunkt und Projektionsfläche für Geschmack. Doch was sich aktuell international zeigt, geht weit darüber hinaus: Pizza ist zur Bühne geworden. Für Pizzaioli, die mit derselben Präzision arbeiten wie Spitzenköch:innen. Für Teige, die mehr Zeit brauchen als manche Sauce in der Haute Cuisine. Für Zutaten, die Herkunft erzählen. Und für Konzepte, die zwischen Tradition und Zukunft ganz bewusst neue Räume öffnen.
Genau diese Entwicklung wurde am 24. Juni 2026 in Mailand sichtbar. Dort wurden die The Best Pizza Awards 2026 vergeben, powered by Molini Pizzuti und ausgerichtet als internationale Bühne für die besten Pizzaioli der Welt. Mehr als 500 Gäste, darunter 300 Pizza-Chefs, 200 internationale Journalist:innen sowie Vertreter:innen der globalen Hospitality-Branche, kamen zur bislang ambitioniertesten Ausgabe zusammen. Das Motto: Legacy & Future. Ein treffender Titel. Denn Pizza lebt von Herkunft, aber sie bleibt nur relevant, wenn sie sich weiterentwickelt.
Der große Sieger des Abends: Francesco Martucci von I Masanielli in Caserta, Italien. Er wurde zum The Best Pizza Chef 2026 gewählt und das bereits zum zweiten Mal in Folge.
Die Top 3 der The Best Pizza Awards 2026:
Martuccis erneuter Erfolg ist bemerkenswert, weil er nicht nur für konstante Qualität steht, sondern für eine Haltung. In seinem Statement betonte er, dass die Auszeichnung kein „victory lap“ sei, sondern eine Erinnerung daran, dass noch Arbeit zu tun sei. Pizza werde nicht von einer Person geschaffen, sondern von Generationen, Teams, gemeinsamer Vision, Opfern und dem Wunsch nach stetiger Verbesserung. Genau darin liegt die Essenz moderner Pizza-Kultur: Sie respektiert Tradition und sucht Perfektion. Sie bleibt zugänglich und kann trotzdem hochkomplex sein.
Francesco Martucci steht exemplarisch für eine Generation von Pizzaioli, die Pizza nicht nur backen, sondern denken. Bei I Masanielli in Caserta geht es nicht um das Reproduzieren einer Formel, sondern um Teig als lebendiges Produkt. Um Struktur, Fermentation, Hydration, Backtechnik, Temperatur, Balance und Belag als präzises Zusammenspiel. Pizza ist in diesem Verständnis kein flacher Teller mit Käse. Sie ist Architektur. Der Rand ist nicht Nebensache, sondern Texturträger. Der Teig ist nicht Unterlage, sondern Hauptdarsteller. Und der Belag ist nicht Überladung, sondern Komposition. Darin liegt ein wichtiger Perspektivwechsel für die Gastronomie: Pizza wird nicht besser, weil mehr darauf liegt. Sie wird besser, wenn jedes Element eine Funktion hat.
Neben den führenden Plätzen wurden in Mailand zahlreiche Special Awards vergeben. Sie zeigen, wie vielfältig Pizza heute gelesen wird: als Street Food, Social-Media-Phänomen, Identitätsarbeit, Fried-Pizza-Kultur, Dessert-Interpretation oder Erlebnisformat.
Die wichtigsten Special Awards 2026:
Besonders spannend ist diese Breite, weil sie zeigt: Pizza ist heute kein einheitlicher Stil mehr. Sie ist ein globales System aus regionalen Handschriften, kulturellen Übersetzungen und persönlichen Interpretationen.
Die internationale Liste der Gewinner:innen macht deutlich, wie weit Pizza heute gereist ist. Neapel bleibt Mythos und Ursprungskraft. Caserta und Caiazzo zeigen, wie stark Kampanien als kreatives Zentrum bleibt. Gleichzeitig stehen Orte wie New York, Tokio, Las Vegas, Barcelona, Antwerpen oder Vari in Griechenland für eine neue globale Pizza-Landkarte. Dabei geht es nicht darum, Pizza ihrer italienischen Seele zu berauben. Im Gegenteil: Die besten Interpretationen entstehen dort, wo Herkunft verstanden wird, bevor sie weiterentwickelt wird. Und jetzt sind wir am Punkt: Innovation funktioniert nicht, wenn sie Tradition durchdringt.
Die Kunst des neapolitanischen Pizzaiuolo wurde 2017 in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Das zeigt, welche kulturelle Bedeutung diese kulinarische Praxis hat. Es geht um Handwerk, Gestik, Teigführung, Backen im Holzofen, Gemeinschaft und die Weitergabe von Wissen. Das macht Pizza einzigartig: Sie ist eines der demokratischsten Gerichte der Welt und gleichzeitig eines der am stärksten kodifizierten. Wenige Zutaten, maximale Präzision. Mehl, Wasser, Salz, Hefe, Tomate, Mozzarella, Hitze, Zeit. Einfach klingt das nur für jene, die noch nie versucht haben, wirklich gute Pizza zu machen.
Gute Pizza beginnt nicht beim Belag. Sie beginnt beim Teig. Entscheidend sind Mehlqualität, Wasseraufnahme, Salzmenge, Fermentation, Temperatur, Ruhezeit und Backtechnik. Ein guter Teig braucht Struktur, Elastizität und Geschmack. Er soll nicht schwer im Magen liegen, sondern aromatisch, luftig und bekömmlich wirken. Die neapolitanische Pizza ist dabei besonders bekannt für ihren weichen, luftigen Rand, kurze Backzeit bei sehr hoher Temperatur und ein saftiges Zentrum. Römische Pizza wiederum kann dünner, knuspriger oder als Pizza al taglio besonders vielseitig sein. Moderne Interpretationen arbeiten mit langen Fermentationen, besonderen Mehlen, Sauerteig, regionalen Zutaten oder ungewöhnlichen Texturen. Der wichtigste Satz für Gäste: Eine gute Pizza erkennt man nicht nur daran, wie sie aussieht, sondern daran, wie man sich danach fühlt.
Auch in Österreich ist Pizza längst zu einem der stärksten Gastronomietrends geworden. In Wien, Graz, Salzburg und anderen Städten hat die neapolitanische Pizza in den vergangenen Jahren enorme Sichtbarkeit gewonnen. Was früher als besondere Steinofenpizza galt, ist heute fast flächendeckend verfügbar. Der luftige Rand, die leichte Bräunung, das saftige Zentrum und die Nähe zum italienischen Original haben den Markt geprägt. Doch genau hier beginnt die nächste Frage: Was kommt nach dem neapolitanischen Hype?
Wie bereits im Genusspunkt-Artikel „Pizza-Trends in Österreich“ beschrieben, könnte die Zukunft stärker in der Diversifizierung liegen. Römische Pizza, Pizza al taglio, frittierte Pizza, kreative regionale Beläge, Sauerteig-Varianten und hybride Konzepte könnten in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen. Ähnlich wie beim Burger, der nach dem ersten großen Boom viele Unterstile hervorgebracht hat, könnte auch Pizza in Österreich breiter, mutiger und differenzierter werden. Denn der Markt ist reifer geworden. Gäste haben gelernt, Unterschiede zu schmecken. Sie wissen, dass Pizza nicht gleich Pizza ist. Und sie sind bereit, für Qualität mehr zu bezahlen, sofern das Erlebnis stimmt.
Pizza ist wirtschaftlich spannend, weil sie mehrere Sehnsüchte gleichzeitig bedient: Zugänglichkeit, Emotionalität, Teilbarkeit, Handwerk, Geschwindigkeit und Individualität. Sie funktioniert im Fine-Casual-Konzept, als Take-away, als Barfood, im Sharing-Menü, im Hotel, bei Events und als Signature-Produkt. Gerade deshalb ist Pizza so attraktiv. Sie kann niedrigschwellig und trotzdem anspruchsvoll sein. Sie kann margenträchtig sein, wenn Qualität und Prozess stimmen. Sie kann vertraut wirken und dennoch überraschen. Die Herausforderung liegt darin, nicht in Austauschbarkeit zu rutschen. Eine weitere neapolitanische Pizza reicht nicht automatisch. Entscheidend werden Profil, Teigkompetenz, Zutatenqualität, Gastfreundschaft und ein klares Konzept.
Die The Best Pizza Awards zeigen drei Entwicklungen, die für Gastronomie und Hotellerie relevant sind.
Das Motto der The Best Pizza Awards 2026 „Legacy & Future“ bringt den Kern auf den Punkt. Pizza ist ein Gericht mit enormer Vergangenheit. Aber ihre Zukunft wird von jenen geschrieben, die verstehen, woher sie kommt, und trotzdem den Mut haben, sie weiterzudenken. Francesco Martucci ist dafür ein starkes Symbol. Aber die Liste der Gewinner:innen zeigt: Die Zukunft der Pizza ist nicht an einen Ort gebunden. Sie entsteht in Caserta, Mailand, Neapel, New York, Tokio, Barcelona, Antwerpen, Las Vegas und überall dort, wo Pizzaioli mit Respekt, Handwerk und Fantasie arbeiten. Und wer jetzt verstehen will, warum Pizza heute weit mehr ist als Tomate, Käse und ein heißer Ofen, sollte beim Teig beginnen: Der Erste Wiener Pizzaverein erklärt, was wirklich gute Pizza ausmacht: Von Fermentation und Hitze bis zur Kunst, die Burrata auch einmal wegzulassen.
Die The Best Pizza Awards 2026 zeigen eindrucksvoll: Pizza hat den Sprung vom Alltagsgericht zur internationalen Kulinarik-Kategorie geschafft. Sie bleibt zugänglich, aber wird präziser. Sie bleibt emotional, aber wird professioneller. Sie bleibt einfach, zumindest auf den ersten Blick. Denn gute Pizza ist nie nur Teig, Tomate und Käse. Sie ist Zeit, Temperatur, Herkunft, Handwerk, Haltung und ein bisschen Magie. Oder anders gesagt: Pizza ist gekommen, um zu bleiben. Aber die wirklich spannende Frage lautet nicht mehr, ob Pizza ein Trend ist. Sondern wer ihr nächstes Kapitel schreibt.
Weiterlesen: Pizza-Trends in Österreich, der neapolitanische Hype und neue Strömungen.
Ort: Mailand, Italien
Datum: 24. Juni 2026
Venue: Studio Novanta, East End Studios
Motto: Legacy & Future
Gäste: mehr als 500, darunter rund 300 Pizza-Chefs und 200 internationale Journalist:innen
Sieger: Francesco Martucci, I Masanielli, Caserta, Italien
Platz 2: Roberto Davanzo, Bob Alchimia a Spicchi, Montepaone, Italien
Platz 3: Francesco Capece, Confine, Mailand, Italien
Besonderheit: Zusätzlich zur Top 100 wurde erstmals die Liste „Ones to Follow“ mit 50 weiteren Pizzaioli vorgestellt. Insgesamt repräsentieren Top 100 und Ones to Follow 150 Pizza-Chefs aus 39 Ländern und fünf Kontinenten.
Alexandra Gorsche ist Food-Journalistin, Moderatorin, Speakerin, Beraterin und kulinarische Stimme mit klarem Fokus auf Fine Dining, Hospitality und zeitgenössische Restaurantkultur. Sie ist Chefredakteurin von Genusspunkt, verantwortet die kulinarische Leitung von stayinart und schreibt für renommierte Verlage und Medienmarken wie den Callwey Verlag. In ihrer Arbeit verbindet sie Gastronomie, Kultur, Design, Reisen und Unternehmertum von Michelin-prämierten Restaurants bis hin zu aktuellen Food-Trends, prägenden Küchenpersönlichkeiten und innovativen Hospitality-Konzepten.
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Buckelwale zählen zu den faszinierendsten Bewohnern der Ozeane. Ihre Flukenmuster sind so individuell wie ein menschlicher Fingerabdruck. Gleichzeitig übernehmen sie eine wichtige Rolle im marinen Ökosystem: Durch ihre Bewegungen und Ausscheidungen tragen Wale dazu bei, Nährstoffe im Meer zu verteilen und das Wachstum von Phytoplankton zu fördern. Dieses wiederum bindet Kohlendioxid und produziert Sauerstoff.
Genau darin liegt die neue Relevanz: Biodiversität ist die Grundlage jeder Destination und wird damit zum entscheidenden Qualitätsmerkmal für Luxushotellerie, Resorts und verantwortungsvolle Reiseanbieter.
Der Laschenskyhof bei Salzburg verbindet als familiengeführtes 4-Sterne-Superior-Wellnesshotel Nachhaltigkeit, regionale Küche und moderne Mitarbeiterkultur. Wie der Traditionsbetrieb Wellness, Gastfreundschaft und wirtschaftliche Stabilität erfolgreich vereint.
Francesco Martucci von I Masanielli in Caserta wurde bei den The Best Pizza Awards 2026 in Mailand zum The Best Pizza Chef 2026 gekürt. Zum zweiten Mal in Folge. Doch die Auszeichnung erzählt mehr als die Geschichte eines Siegers: Sie zeigt, wie global, kreativ und anspruchsvoll Pizza heute geworden ist. Von Neapel über Mailand bis New York, Tokio, Las Vegas und Antwerpen wird Pizza neu gedacht: zwischen Handwerk, Identität, Teigkultur und kulinarischer Zukunft.