
Mit der Initiative Wir trinken steirisch setzt Wein Steiermark ein starkes Zeichen für Herkunft, Regionalität und gelebte Weinkompetenz. Für Gastronom und Gastgeber entsteht daraus mehr als eine Kampagne: steirischer Wein wird zum Erlebnis, zur Empfehlung am Tisch und zum strategischen Werkzeug für mehr Sichtbarkeit, Wertschöpfung und regionale Identität.
Es gibt Sätze, die klingen auf den ersten Blick fast zu einfach, um eine Bewegung auszulösen. Wir trinken steirisch ist so ein Satz. Kurz, direkt, beinahe selbstverständlich. Und doch steckt darin eine bemerkenswerte Kraft: ein Bekenntnis zur Herkunft, zur Region, zur Wertschöpfung und zu jener Kultur des Einschenkens, Empfehlens und gemeinsamen Genießens, die in der Gastronomie oft den entscheidenden Unterschied macht.
Mit der Kampagne Wir trinken steirisch startet Wein Steiermark eine Initiative, die mehr sein will als ein Logo auf der Karte oder ein Aufkleber an der Eingangstür. Sie versteht sich als Einladung an steirische Gastgeber:innen, den heimischen Wein nicht nur anzubieten, sondern ihn bewusst zu leben. Denn dort, wo steirischer Wein sichtbar empfohlen, mit Überzeugung kredenzt und mit kulinarischer Kompetenz begleitet wird, entsteht mehr als Umsatz. Es entsteht Identität.
Und genau diese Identität ist in einer Zeit, in der Speisekarten globaler, Gästebedürfnisse komplexer und Betriebe austauschbarer werden, ein echtes Kapital. Lust auch mit dabei zu sein? Dann JETZT anmelden!
Regionalität ist in der Gastronomie längst kein dekoratives Schlagwort mehr. Sie ist zu einem Qualitätsversprechen geworden. Gäste fragen heute nicht nur, was im Glas ist, sondern zunehmend auch, woher es kommt, wer dahintersteht und warum es gerade hier ausgeschenkt wird. Ein Wein ist dann nicht mehr bloß Getränk, sondern Gesprächsanlass. Er erzählt von Böden, Lagen, Handwerk, Klima, Menschen und Haltung.
Steirischer Wein eignet sich dafür in besonderer Weise. Er steht für Frische, Präzision, Lebendigkeit und eine unverwechselbare Handschrift. Ob Sauvignon Blanc, Welschriesling, Morillon, Gelber Muskateller, Schilcher oder weitere gebietstypische Sorten: Die Steiermark hat sich in den vergangenen Jahrzehnten ein Profil erarbeitet, das international wahrgenommen wird und zugleich tief in der regionalen Genusskultur verwurzelt bleibt.
Genau hier setzt Wir trinken steirisch an. Die Initiative rückt nicht nur den Wein in den Mittelpunkt, sondern den gesamten Kreislauf rund um ihn: Winzer:innen, Gastgeber:innen und Genießer:innen. Es geht um ein Zusammenspiel, das in der Praxis oft unterschätzt wird. Denn ein guter Wein entfaltet seine volle Wirkung nicht allein durch Herkunft und Qualität, sondern durch den Moment, in dem er empfohlen, eingeschenkt und verstanden wird.
In vielen Betrieben entscheidet nicht die Weinkarte allein über den Erfolg eines regionalen Angebots, sondern der Satz am Tisch. Eine persönliche Empfehlung kann mehr bewirken als die eleganteste Beschreibung im Menü. Wenn Service-Mitarbeiter:innen erklären können, warum ein bestimmter steirischer Sauvignon Blanc zur Vorspeise passt, warum ein Schilcher nicht nur Aperitif, sondern Speisenbegleiter sein kann oder warum ein Welschriesling gerade durch seine Leichtigkeit glänzt, entsteht Kompetenz, die Gäste spüren.
Diese sichtbare Weinkompetenz ist eines der Leitprinzipien der Initiative. Und sie ist für die Branche zentral. Denn Gastronomie lebt nicht nur vom Produkt, sondern von der Vermittlung. Wer Wein erklären kann, verkauft nicht aggressiver, sondern souveräner. Wer Herkunft verständlich macht, schafft Vertrauen. Und wer Vertrauen schafft, erhöht nicht nur die Wertschätzung, sondern auch die Zahlungsbereitschaft.
Das ist besonders für Betriebe relevant, die sich über Regionalität positionieren möchten. Ein steirischer Wein im offenen Ausschank kann ein niederschwelliger Einstieg sein. Eine kuratierte steirische Weinbegleitung kann zum Signature-Element werden. Eine enge Zusammenarbeit mit regionalen Winzer:innen kann wiederum Veranstaltungen, Verkostungen, Themenabende und Social-Media-Content befeuern.
Oder anders gesagt: Ein Glas Wein kann viel mehr sein als ein Glas Wein. Es kann zum strategischen Kommunikationsinstrument werden.
Die Initiative formuliert vier Leitprinzipien: kulinarische Verankerung, das Verständnis des Kreislaufs, Erlebnis und Geselligkeit sowie sichtbare Weinkompetenz. Entscheidend ist dabei, dass Wir trinken steirisch nicht nach Pflichtprogramm klingt. Es geht nicht darum, eine Quote auf der Karte zu erfüllen. Es geht darum, Herkunft so zu inszenieren, dass sie für Gäste relevant wird.
Das ist ein wichtiger Unterschied. Denn Regionalität funktioniert nur dann, wenn sie nicht belehrend wirkt. Niemand möchte beim Abendessen eine agrarpolitische Vorlesung serviert bekommen. Aber viele Gäste lieben Geschichten, wenn sie gut erzählt sind. Sie wollen wissen, warum dieser Wein hier steht, weshalb der Betrieb mit genau diesem Weingut arbeitet oder was die Steiermark geschmacklich so besonders macht.
Gerade darin liegt eine Chance für Gastgeber:innen: Sie können regionale Weinkultur sinnlich, charmant und zugänglich übersetzen. Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit einem guten Glas, einem klugen Satz und einem ehrlichen Moment am Tisch.
Aus persönlicher Sicht sind Initiativen wie diese wichtiger denn je. Nicht, weil Regionalität neu wäre. Sondern weil sie immer wieder sichtbar gemacht werden muss. In einer Branche, die zwischen Kostendruck, Personalmangel, Preissensibilität und steigenden Gästeerwartungen steht, braucht es klare Anker. Herkunft kann so ein Anker sein.
Für Betriebe bedeutet das: Wer glaubwürdig regional arbeitet, schärft sein Profil. Wer seine Lieferant:innen und Produzent:innen kennt, erzählt bessere Geschichten. Wer heimische Produkte sichtbar macht, stärkt nicht nur die Region, sondern auch das eigene Konzept.
Für Winzer:innen bedeutet es: Ihre Weine werden nicht anonym platziert, sondern im gastronomischen Kontext erlebbar. Für Gäste bedeutet es: Sie bekommen Orientierung, Qualität und ein Stück steirische Lebensfreude im Glas. Und für die Region bedeutet es: Wertschöpfung bleibt dort, wo sie entsteht.
Diese Verbindung ist wirtschaftlich relevant, aber auch kulturell. Denn Gastronomie war immer schon ein Ort, an dem Identität verhandelt wird. Was wir essen und trinken, sagt viel darüber aus, wer wir sind, was wir schätzen und welche Geschichten wir weitertragen möchten.
Wie lebendig die Initiative bereits jetzt in der Praxis wird, zeigen zwei Vorzeigebeispiele: Karin und Willi Rauch vom Rauch Hof sowie Georg Leitner von der Welscher Stub’n in Graz stehen exemplarisch dafür, wie steirischer Wein mit echter Überzeugung, Gastgeberkultur und persönlicher Handschrift sichtbar gemacht werden kann. In begleitenden Video-Interviews geben sie Einblick, warum steirischer Wein für ihre Betriebe mehr ist als eine Position auf der Karte, nämlich ein Stück gelebte Herkunft, ein Zeichen für regionale Verbundenheit und ein genussvoller Dialog zwischen Winzer:innen, Gastgeber:innen und Gästen.
HIER geht es zum Rauch Hof.
HIER geht es zur Welscher Stub´n.
Ein Betrieb, der steirischen Wein bewusst einsetzt, kann auf mehreren Ebenen profitieren. Die Weinkarte wird zur Bühne. Der Service wird zum Vermittler. Das Menü wird zum regionalen Dialog. Und der Betrieb selbst positioniert sich als Teil einer größeren Genussbewegung.
Gerade in der Kommunikation bietet das enorme Möglichkeiten. Gäste fotografieren heute nicht nur Teller, sondern Erlebnisse. Sie teilen Momente, Geschichten und Empfehlungen. Ein gut erzählter regionaler Weinmoment kann damit weit über den Tisch hinauswirken. Er wird zum Content, zur Erinnerung und im besten Fall zur Wiederkehrmotivation.
Für teilnehmende Betriebe bietet die Initiative zusätzliche Sichtbarkeit über die Kanäle von Wein Steiermark, Einbindung in Kommunikations- und Marketingmaßnahmen, Zugang zu Schulungen, Weiterbildungen und einem Netzwerk von mehr als 500 steirischen Weinbaubetrieben. Das ist für die Branche besonders wertvoll, weil Sichtbarkeit und Know-how heute zu den härtesten Währungen gehören.
Damit Wir trinken steirisch im Betrieb nicht nur als schönes Bekenntnis hängen bleibt, braucht es praktische Übersetzung. Einige Ansätze liegen auf der Hand: Steirische Weine sollten nicht im hinteren Teil der Karte verschwinden, sondern bewusst kuratiert werden. Eine kleine, gut erklärte Auswahl kann stärker wirken als eine lange Liste ohne Profil. Besonders empfehlenswert sind klare Zuordnungen: Welcher Wein passt zu welchem Gericht? Welcher Wein eignet sich als Aperitif? Welcher Wein überrascht Gäste, die sonst immer dasselbe bestellen?
Auch das Team spielt eine Schlüsselrolle. Schulungen müssen nicht kompliziert sein, aber sie sollten Sicherheit geben. Drei Sätze pro Wein reichen oft, wenn sie sitzen: Herkunft, Geschmack, Empfehlung. Wer diese Basis beherrscht, verkauft nicht auswendig, sondern mit Haltung.
Zudem können Betriebe ihre Zusammenarbeit mit Winzer:innen sichtbarer machen. Ein Winzerabend, ein „Wein des Monats“, ein kurzer Hinweis auf der Karte, ein Reel aus dem Weingarten oder ein gemeinsames Pairing-Menü schaffen Nähe. Gäste lieben das Gefühl, nicht nur ein Produkt zu konsumieren, sondern Teil eines Netzwerks aus Menschen, Handwerk und Genuss zu sein.
Der Charme von Wir trinken steirisch liegt darin, dass die Initiative nicht kompliziert ist. Sie verlangt keine künstliche Inszenierung, sondern eine bewusste Entscheidung. Wer steirischen Wein kredenzt, erzählt automatisch von Landschaft, Handwerk und Gastfreundschaft. Wer ihn empfiehlt, stärkt die Verbindung zwischen Produzent:in und Gast. Wer ihn genießt, wird Teil eines Kreislaufs, der weit über den Moment hinausreicht.
Natürlich wird nicht jede Weinkarte ausschließlich steirisch sein. Das muss sie auch nicht. Vielfalt gehört zur Gastronomie. Aber gerade die bewusste Platzierung regionaler Weine kann ein starkes Signal senden: Wir wissen, wo wir sind. Wir kennen unsere Region. Wir schenken nicht nur ein, wir erzählen auch etwas.
Und vielleicht ist genau das die eigentliche Botschaft dieser Kampagne: Herkunft muss nicht laut sein, um Wirkung zu entfalten. Sie muss nur sichtbar, spürbar und ehrlich gelebt werden.
Wir trinken steirisch ist mehr als ein sympathischer Kampagnentitel. Es ist ein Aufruf an die Branche, regionale Weinkultur nicht als Nebenschauplatz zu behandeln, sondern als Teil des eigenen Profils. Für Gastronom:innen und Gastgeber:innen liegt darin eine große Chance: Sie können mit steirischem Wein nicht nur Genussmomente schaffen, sondern auch Wertschöpfung, Identität und Differenzierung.
In Zeiten, in denen viele Betriebe nach Klarheit, Wiedererkennbarkeit und emotionaler Bindung suchen, ist das vielleicht eine der elegantesten Antworten überhaupt: ein Glas Wein mit Herkunft. Eingeschenkt mit Kompetenz. Empfohlen mit Überzeugung. Getrunken mit Freude.
Oder kürzer gesagt: Warum eigentlich nicht öfter steirisch?
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Alexandra Gorsche ist Food-Journalistin, Moderatorin, Speakerin, Beraterin und kulinarische Stimme mit klarem Fokus auf Fine Dining, Hospitality und zeitgenössische Restaurantkultur. Sie ist Chefredakteurin von Genusspunkt, verantwortet die kulinarische Leitung von stayinart und schreibt für renommierte Verlage und Medienmarken wie den Callwey Verlag. In ihrer Arbeit verbindet sie Gastronomie, Kultur, Design, Reisen und Unternehmertum von Michelin-prämierten Restaurants bis hin zu aktuellen Food-Trends, prägenden Küchenpersönlichkeiten und innovativen Hospitality-Konzepten.
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Mit der Initiative Wir trinken steirisch setzt Wein Steiermark ein starkes Zeichen für Herkunft, Regionalität und gelebte Weinkompetenz. Für Gastronom und Gastgeber entsteht daraus mehr als eine Kampagne: steirischer Wein wird zum Erlebnis, zur Empfehlung am Tisch und zum strategischen Werkzeug für mehr Sichtbarkeit, Wertschöpfung und regionale Identität.