Vom Acker auf den Teller, vom Garten in die Tasse

Wie Gastronom:innen mit Eigenanbau nachhaltige Wege gehen
© zweibaum
© zweibaum
Alexandra-Embacher-c-Martin-Guggenberger-Photography-web
7. Mai 2025 | 
Alexandra Embacher

Dass Gastronomie und Landwirtschaft zusammenspielen, ist sicherlich keine große Neuigkeit. Doch Klemens Gold hat im Pechgraben in Großraming etwas geschaffen, das in Österreich nicht alltäglich ist: Er hat einen Teegarten eröffnet. Wie lokale Landwirtschaft neue Chancen für die Gastronomie eröffnet.

Naturbasierte Küche

„Nature Based Cuisine“ ist bei Klemens Gold, vormals Schraml, Programm. Jahrelang schärfte er in einigen der besten Küchen Europas sein kulinarischen Können, ehe er Ende 2018 nach Oberösterreich zurückkehrte und mit „Rau“ einen Fine-Dining-Hotspot für Gourmets aufbaute. Nun möchte man meinen, Gold könnte sich mit der Gastronomie alleine zufrieden geben, genug gebe es zu tun. Doch der Oberösterreicher bewies bereits in der Vergangenheit mit seiner Teekellerei und dem Combuchont, dass er auch auf dem Getränkemarkt mitmischen möchte. Zurückgegriffen hat man für das Getränk mit geringem Alkoholanteil bisher allerdings auf Teesorten aus Taiwan, Japan, China und den Alpen – wobei die Betonung auf bis jetzt liegt. Denn seit gut einem Monat wachsen eigene Teepflanzen im Garten.

Teepflanzen im Pechgraben

Dort, wo es niederschlagsreich ist, wächst die Teepflanze besonders gerne. Fällt auch noch genügend Schatten, steigert dies außerdem die Chlorophyllproduktion und der Tee bekommt ein besonders intensives Aroma. Solch ein „schattiges Platzl“ hat Gold in Pechgraben bei Großraming gefunden, auch wenn die „Camellia sinensis“ in unseren Breitengraden noch ein Exot ist. „Gerade Bauern in den Voralpen, die mit vielen schwer zu bewirtschaftenden Flächen – oft schattig, steil, feucht und von Förderungen ausgeschlossen – zu kämpfen haben, können von unserem Ansatz profitieren. Genau hier liegt unser Social Impact“, erklärt Gold. „Wir möchten auch eine an den Klimawandel angepasste Landwirtschaft mitgestalten.“ Sichern wird man sich mit dem Projekt aber auch langfristig den Rohstoff für die Teekellerei, er kann fortan aus einer lokalen Landwirtschaft bezogen werden. Und weiter: „Tee hat das Potenzial, die voralpine Kulturlandschaft nicht nur geschmacklich, sondern auch ökologisch zu bereichern.“

Bodenhaftung in Stumm

Auf Produkte aus der eigenen Landwirtschaft setzt man auch im Zillertaler „Guat’z Essen“: Das Gute liegt bei Peter Fankhauser tatsächlich sehr nah, nämlich im Permakulturgarten neben dem vegan-vegetarischen Restaurant. Das kühle und raue Klima in Stumm lässt vielleicht so manches langsamer wachsen, aber der Geschmack überzeugt allemal. Gut Ding braucht eben Weile und bringt so manche Rarität auf die Teller, die man sonst nicht zwischen die Zähne bekommen hätte – ob es nun ein Blatt oder eine Wurzel ist.

Und auch hier gilt wie in Großraming: Man will für die Zukunft gut gerüstet sein. Kurzfristige Ausbeutung des Bodens spielt es bei einem Permakulturgarten nicht, man setzt auf einen natürlichen Kreislauf. „Wir überlassen unser Gemüse der Natur“, beschreibt Fankhauser. „Um zu überleben, muss dieses etwas kämpfen, dafür wird es aber im Geschmack sehr intensiv und damit unverkennbar.“ Geschlossen wird der Kreislauf, indem Speiseabfälle aus dem Restaurant zu Kompost verarbeitet und dann als frische, gesunde Erde für die Hügelbeete wieder eingesetzt wird.

Fazit: Grüner Schulterschluss

Ob im schattigen Teegarten von Klemens Gold in Großraming oder im Permakultursystem von Peter Fankhauser in Stumm: Gastronom:innen, die auf lokale Selbstversorgung setzen, sichern sich nicht nur hochwertige Rohstoffe und vielfältige Aromen, sondern gestalten aktiv eine nachhaltige, klimaresiliente Zukunft mit. Der enge Schulterschluss mit der Landwirtschaft bietet dabei nicht nur kulinarischen Mehrwert, sondern auch ökologische Perspektiven – ein Ansatz mit Vorbildwirkung.

Copyright zu den verwendeten Beitragsbildern:
© zweibaum

Das ist eigentlich noch ganz gut

Warum wir mit „eigentlich“ zwar meinen, was wir sagen – nur eben nicht ganz

Jeder Rhetorik-Trainer und jede Präsentationsspezialistin hält fest: „‘eigentlich’ kannst du streichen. Sag, was du sagen möchtest!“ Das stimmt natürlich. Denn wer sagt: „eigentlich finde ich das eine gute Sache“, denkt vielleicht: „mir gefällts, aber ich kann es mir nicht leisten“.

Trendreport: Bereiche der Hospitality Branche

Neue Anforderungen an Gastronomie in einer modernen Welt

Gastronomie wird über alle Lebensbereiche hinweg emotionaler, flexibler und relevanter: Systemgastronomie zeigt mehr Charakter, Verkehrsgastronomie entwickelt sich vom Zwischenstopp zum Erlebnisraum und im Kontext von New Work wird Kulinarik zum zentralen Faktor für Kultur, Gesundheit und Arbeitgeberattraktivität.

Advertorial

UNITI expo 2026

Europas wichtigste Messe für Tankstellen, Convenience und Mobilität der Zukunft

Wenn sich im Mai 2026 die internationale Energie-, Tankstellen- und Carwash-Branche in Stuttgart trifft, steht die Branche vor einem ihrer spannendsten Umbrüche. Die UNITI expo 2026 gilt längst als europäische Leitmesse für Tankstellen, Carwash, Shop & Convenience sowie Mobilitätslösungen der Zukunft und wächst weiter.

Vom 19. bis 21. Mai 2026 verwandelt sich die Landesmesse Stuttgart erneut in den wichtigsten Treffpunkt für Betreiber, Mineralölunternehmen, Shop-Betreiber, Technologieanbieter und Mobilitätsinnovatoren aus aller Welt.

Mit über 500 erwarteten Ausstellern, rund 45.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche und Besuchern aus mehr als 110 Ländern knüpft die Messe an das Rekordjahr 2024 an – und setzt gleichzeitig neue Impulse für eine Branche im Wandel.

quick & dirty
Die Pflanzen im Teegarten sind noch zart. © zweibaum
Vom Acker auf den Teller, vom Garten in die Tasse

Dass Gastronomie und Landwirtschaft zusammenspielen, ist sicherlich keine große Neuigkeit. Doch Klemens Gold hat im Pechgraben in Großraming etwas geschaffen, das in Österreich nicht alltäglich ist: Er hat einen Teegarten eröffnet. Wie lokale Landwirtschaft neue Chancen für die Gastronomie eröffnet.