Chrome Hospitality aus Mumbai

inszeniert Indiens neue Genusskultur
© Chrome Hospitality
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Jan-Peter Wulf
24. Mai 2026 | 
Jan-Peter Wulf

Indiens Mittelschicht wächst, reist, probiert – und verlangt auch zu Hause nach internationalem Format in Gastronomie und Lifestyle. Hier setzt Chrome Hospitality aus Mumbai an: Ambiente, Branding, Servicekultur sowie Food- und Beverage-Niveau der Restaurants, Bars und Hotels verbinden Qualität mit Persönlichkeit. Das Unternehmen begann als Agentur für Schulpartys. Wir zeichnen die Erfolgsgeschichte nach.

Über Umwege in die Gastronomie

„Eigentlich war nie geplant, dass ich in der Gastronomie lande“, sagt Pawan Shahri lächelnd, als wir uns in der Berliner Bar „Fabelei“ treffen. Über Partys für Schüler:innen und Social-Media-Management kam es dann doch dazu. Schon als Teenager, Ende der Nullerjahre, verdiente sich der aus Mumbai stammende Unternehmer Geld dazu, indem er Highschool-Events promotete, die tagsüber in verschiedenen Clubs und Bars der Stadt stattfanden. Facebook boomte, Shahri lud über geschlossene Gruppen zu exklusiven Events ein, verdiente sein Geld mit Umsatzbeteiligungen und Eintritten.

Von Social Media für Restaurants …

2011 gründete er Chrome Nightlife und managte den Ticketverkauf für verschiedene Party- und Konzertlocations der Millionenstadt, während er parallel Management studierte. „Nach ein paar Jahren wurde es mir aber zu viel, viermal pro Woche bis sechs oder sieben Uhr morgens auszugehen“, blickt er zurück. Mit seinem Unternehmen, das jetzt Chrome Communications hieß, lotste er über Social Media nun Gäste vor allem in Restaurants. Zusammen mit seiner Freundin und heutigen Ehefrau Nikita Harisinghani baute Chrome auch das digitale Marketing, PR und Social Media für die Gastro-Branche auf. „Wir waren schon immer sehr salesgetrieben und konnten über unser großes Gästenetzwerk Empfehlungen aussprechen. Davon haben unsere Kunden profitiert“, so Shahri. Mit einem 45-köpfigen Team betreute man bald rund 100 Gastronomiebetriebe in Mumbai und ganz Indien.

… zur eigenen Gastro-Gruppe

2018 fragte eine Kette mit mehreren Restaurants an, ob man nicht auch operativ für das Unternehmen arbeiten könne. „Wir konnten mittlerweile recht gut identifizieren, warum ein Business manchmal nicht gut lief. Mal waren es die Operations, mal das Interieur-Konzept, mal die Kommunikation oder natürlich das Angebot selbst. Darum war es für uns eine großartige Gelegenheit“, so Shahri. Chrome fügte sich mit seinem Know-how zwischen Geschäftsführung und Betriebsleitung ein – und das bei einer Vielzahl von Konzepten.

Nach der Pandemie fühlte man sich bereit für den nächsten und großen Schritt, nämlich eigene Gastronomien zu eröffnen. Den Anfang machte, finanziell unterstützt von Familie, Freunden und Investoren, das Restaurant „Eve“ mit internationaler Küche, mittlerweile gibt es drei Outlets in der Stadt. Es folgten das italienische Konzept „Donna Deli“ und das „Gigi“, das japanische und europäische Küche fusioniert. Calimex-Food und Cocktails gibt es im „Lyla“, als erstes Projekt außerhalb Mumbais eröffnete 2023 das Boutique-Hotel „Kaia“ in Goa.

Carpaccio und Ceviche werden immer bekannter

Bei allen klar konturierten Unterschieden: Was die Konzepte eint, sind ein professionelles Branding – jedes Bild, das auf den Social-Media-Kanälen zu sehen ist, ist glossy, aber authentisch – und hat einen sehr internationalen Appeal. Zielt man damit vor allem auf den ausländischen Tourismus ab? Nein, in erster Linie auf den Binnenkonsum, erfahren wir. Er steigt: Indiens Wirtschaft wächst dynamisch und hat 2025 Japan vom vierten Platz der größten Volkswirtschaften verdrängt.

Bis 2030 will Indien Nummer drei werden, dort steht aktuell Deutschland. Vor allem in den Großstädten steigt die Kaufkraft in der Mittelschicht. Shahri: „Viele Inder reisen, sie sehen und probieren eine Menge. Speisen wie Carpaccio oder Ceviche sind in den vergangenen Jahren sehr beliebt geworden.“ Zugleich steige der Anspruch – das, was sie weltweit sehen, ob auf Reisen oder auf Instagram, erwarten die Gäste auch daheim. Der erste Eindruck entscheidet, so Shahri: „Entweder der Gast kommt nie wieder oder regelmäßig und teilt seine Erlebnisse.“

Die Gäste werden empfangen wie zu Hause

Darum macht Chrome Hospitality neben dem Ambiente und der Food- und Drink-Qualität auch beim Service keine Kompromisse. „Unsere Mitarbeitenden machen nicht nur einfach einen Job. Sie sind wie Gastgeber in ihrem eigenen Hause“, erklärt Nikita, die sich vor allem um die „guest experience“ und das Marketing kümmert, während ihr Mann die Business-Strategie und das Zahlenwerk verantwortet.

Das Serviceteam entscheidet eigenständig, welche Extras es Gästen zukommen lässt – zum Beispiel einen kleinen Teller mit einer vom Gast noch nie probierten Speise, die geht aufs Haus. Auch ein „Bag Chair“ für schwer bepackte Gäste gehört zum Service. Mit solchen Aufmerksamkeiten heben sich die Betriebe im Wettbewerb um Gäste von Konzepten ab, die mit wenig Erfahrung im Service auf den Markt drängen, erklärt die Unternehmerin.

Ebenso intern: Die mittlerweile rund 650 Mitarbeitenden werden überdurchschnittlich bezahlt, erhalten Erfolgsbeteiligungen bei bestimmten erreichten Umsatzzielen und werden geschult – zum Beispiel von Pawan Shahri selbst in der Nutzung von KI. „Wenn du dich als Unternehmen mit großartigen Projekten und einer guten Teamkultur hervorhebst, wollen immer mehr Menschen mit dir arbeiten. Wir bieten ihnen eine langfristige Perspektive“, so der Gründer.

Late Checkout: Barkultur auf internationalem Level

2025 eröffnete die Gastro-Gruppe im Mumbaier Ausgehbezirk Lower Parel ihre erste Bar, das „Late Checkout“. Die Location ist eine ehemalige Textilfabrik – früher war das Viertel ein Zentrum der indischen Fabrikation von Stoffen. Hohe Decken, freigelegte Backsteinwände, schwere Stahlträger und große Oberlichter treffen auf warmes Holz, viele Grünpflanzen, sanfte Beleuchtung und Farbspielen, die – wie in allen Betrieben – Eleganz und Behaglichkeit verbinden. Mit seinem anspruchsvollen Cocktail-Menü will sich das „Late Checkout“ an der Spitze der indischen Barszene positionieren, die sich derzeit überaus dynamisch entwickelt. Vor allem junge Gäste genießen gemixte Getränke, während Spirituosen traditionell meist pur getrunken wurden. Mit der wachsenden Begeisterung für internationale Küche steigt auch die Nachfrage nach hochwertigen Drinks. Auch die Techniken dahinter werden immer bekannter.

Mit dem „Late Checkout“ mischt Chrome auch international mit – Gastschichten der Teams global renommierter Bars wie dem „Paradiso“ in Barcelona oder dem „Tayēr + Elementary“ aus London fanden hier bereits statt, andersherum gastierte das „Late Checkout“ unter anderem schon in Bars in New York, in Berlin oder Singapur – weitere „Takeovers“, wie es die Barwelt nennt, sollen folgen. „Wir wollen die indische Barkultur global repräsentieren“, so Pawan Shahri. Ebenso sind für 2026 zwei weitere Eröffnungen in Arbeit: Das „Late Checkout“ bekommt einen Ableger und außerdem bringt Chrome Hospitality ein weiteres Dining-Konzept an den Start. Die Reise geht weiter!

Mehr Informationen:
www.instagram.com/chromehospitality

Aus dem Genusspunkt 1/2026

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