
Von barocker Eleganz bis futuristischem Fine Dining – diese Adressen prägen das gastronomische Selbstverständnis Turins.
Turin ist ein Ort, an dem Geschichte und Genuss Hand in Hand gehen. Wer diese Verbindung schmecken will, findet sie im Caffè Platti – einem Kaffeehaus mit jahrhundertealtem Charisma. Seit 1875 gilt das Lokal am Corso Vittorio Emanuele II als Sinnbild italienischer Grandezza. Literaten wie Cesare Pavese, Politiker wie Luigi Einaudi oder Wirtschaftspioniere wie die Gründer von FIAT und Lavazza – sie alle machten hier Rast. Heute werden Tramezzini auf selbstgebackenem Brot, Tataki di tonno mit Quinoa oder frische Ricotta auf Brioche serviert. Hausgemacht ist dabei keine Floskel, sondern Versprechen.
Ein Muss: Die legendäre Torta Platti, deren Rezept seit Generationen gehütet wird, und der aromatische Haus-Vermouth. Wer ein Stück echtes Turin kosten will, wird hier nicht nur satt, sondern inspiriert.
Wenige Schritte abseits der bekannten Wege entdeckt man in der Latteria Bera ein charmantes Gegenmodell zur anonymen Feinkost. Seit vier Generationen kuratiert die Familie Bera in der Via San Tommaso piemontesische Milchprodukte mit Charakter. Inhaberin Chiara Bera verbindet Handwerk, Tradition und persönliche Geschichten zu einem ganz besonderen Erlebnis: Käse- und Aufschnittverkostungen, die mehr sind als ein Tasting – sie sind eine kulturelle Lektion in Sachen Regionalität.
Von gereiftem Castelmagno bis zu cremigem Gorgonzola dolce, begleitet von lokalen Broten, Konfitüren und Erzählungen über Produzent:innen – hier wird Genuss mit Seele serviert.
Das Grand Hotel Sitea, nur einen Spaziergang von der Piazza San Carlo entfernt, steht wie kaum ein anderes Haus für die stilvolle Verbindung von Historie und Moderne. Seit 1925 wird das Hotel von der Familie Lera, heute Buratti, geführt – ein seltenes Beispiel für unternehmerische Kontinuität im Luxussegment.
Zum 100-jährigen Jubiläum setzt das Haus neue Maßstäbe: In einer Sonderausstellung unter dem Titel „Il Valore del Tempo“ wird die Geschichte des Hauses ebenso gewürdigt wie seine Zukunft. Highlight: der Signature Cocktail „Sitea“, ursprünglich in den 1980ern vom legendären Barmann Beppe Loi kreiert, feiert sein Comeback – stilvoll neu interpretiert.
Ob Frühstück im Wintergarten, Dinner im Michelin-prämierten Restaurant Carignano oder Aperitivo an der Bar: Das Grand Hotel Sitea ist kein Hotel, es ist ein Lebensgefühl.
Wie zelebriert man 100 Jahre Grand Hotel Sitea? Mit einem Menü, das Geschichte schreibt. Der avantgardistische Koch Davide Scabin kuratierte für das Jubiläum das visionäre Menü „250/100“ – ein Querschnitt durch seine einflussreichsten Kreationen der letzten vier Jahrzehnte. Serviert wird es nicht chronologisch oder klassisch – sondern als „Upside-Down-Menü“, eine radikale Umkehrung der traditionellen Menüdramaturgie: Es beginnt kräftig, komplex und endet leicht, frisch und fast ätherisch.
Gerichte wie Soufflé di Maccheroni, Cyber Eggs oder die symbolhafte Ostrica Virtuale verbinden Scabins Techno-Emotionalität mit tief verwurzelter italienischer Küche. Das Menü ist mehr als ein kulinarisches Erlebnis – es ist eine Reise durch Ideen, Epochen und Geschmack.
Die dazu passende Getränkebegleitung vereint italienische und internationale Positionen: von Barolo und Lambrusco über Sake und Champagner Rosé bis zu Vodka und einem Dessert-Banyuls.
Menü:
Was Turin auszeichnet, ist nicht bloß sein kulturelles Erbe – sondern die Art, wie es sich in feinsinniger Kulinarik widerspiegelt. Zwischen jahrhundertealten Kaffeehäusern, Käsehandwerk mit Seele und Haute Cuisine, die sich selbst neu denkt, eröffnet sich ein Panorama des guten Geschmacks. Wer diese Stadt besucht, sollte nicht nur schauen, sondern schmecken – und dabei Orte wie Caffè Platti, Latteria Bera und das Grand Hotel Sitea mit seinem Carignano-Restaurant nicht nur aufsuchen, sondern zelebrieren.
Turin zeigt: Genuss ist hier nicht Trend. Sondern Tradition mit Haltung.
Was ist das? Technisch kaum notwendig, laut und entsprechend sozial höchst verdächtig und erlebt im Februar seinen zweiten Frühling bzw. Herbst? Genau – es ist der Laubbläser! Einst erfunden, um herbstliches Laub von den Strassen irgendwo hinzublasen, wo selbiges im besten Fall vielleicht weniger stört. Aktuell erlebt besagtes Gerät einen unerwarteten Weckruf aus dem Winterschlaf. Man braucht ihn um Konfetti nach dem Fasnachtsumzug zu verblasen. Das mag den Controller freuen, eine „sagenhaft teure“ Maschine in der halben Zeit amortisieren zu können. Die Nachbarn erquicken sich dessen wohl weniger.
Sandra Mühlberg kombiniert über 80 vegetarische Rezepte mit Tipps für Vorratshaltung, nachhaltiges Kochen und entspannte Küchenmomente. Ein Buch voller Wärme, Geschmack und inspirierender Self-Care-Momente.
INFO
Grün. Warm. Gut.
Autorin: Sandra Mühlberg
Verlag: Callwey
Umfang: 224 Seiten
ISBN: 978-3-7667-2809-8
Preis: € 39,95
Was ursprünglich als Social-Media-Trend begann, wird hier zur Hommage an kleine, feine Genussmomente. Georgia Freedman feiert mit farbenfrohen Snackideen, Dips, Antipasti und Brotvariationen das unkomplizierte Zusammensein – und zeigt, dass gutes Essen auch einfach sein darf.
INFO
Girl Dinner
Autorin: Georgia Freedman
Verlag: Callwey
Umfang: 160 Seiten
ISBN: 978-3-7667-2807-4
Preis: € 22,00 (D) / € 22,70 (A) / sFr 30,90
Von barocker Eleganz bis futuristischem Fine Dining – diese Adressen prägen das gastronomische Selbstverständnis Turins.