Hangar-7 Salzburg

Drei-Sterne-Gastköche Stefan Stiller & Christiaan Stoop begeistern mit Taian Table Menü im Ikarus
© Helge Kirchberger Photography
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Alexandra Gorsche © Conny Leitgeb Photography
3. April 2026 | 
Alexandra Gorsche

Ein Monat, der Maßstäbe setzt: Im Restaurant Ikarus im Hangar-7 zeigen Drei-Sterne-Koch Stefan Stiller und Executive Chef Christiaan Stoop, wie modernes Fine Dining heute funktioniert: mit radikaler Nähe zum Gast, außergewöhnlicher Aromenbalance und einem Menü, das weit über den Moment hinaus Relevanz für die gesamte Branche entfaltet.

Stefan Stiller und Christiaan Stoop im Ikarus

Es gibt Abende, die mehr sind als ein Menü. Sie sind ein Dialog. Eine Haltung. Ein Erlebnis, das weit über den Moment hinaus wirkt. Genau ein solcher Abend entfaltet sich derzeit im Restaurant Ikarus im Hangar-7, wo im April 2026 mit Stefan Stiller und Christiaan Stoop zwei prägende Stimmen der internationalen Haute Cuisine gastieren.

Was hier serviert wird, ist nicht nur ein Menü, es ist die Übersetzung eines Konzepts: Fine Dining als unmittelbares Gegenüber. Ohne Distanz, ohne Inszenierung, dafür mit maximaler Präzision und einer fast schon radikalen Klarheit.

Der Abend beginnt: Balance als Signatur

Schon die ersten Gänge machen deutlich, worum es hier geht: Balance, aber auf höchstem Niveau gedacht. Der Auftakt – Dashi Macaron, Otoro, Kaviar – ist kein Gimmick, sondern ein Statement: Umami wird hier nicht laut, sondern elegant gespielt. Es folgt Char Siu, das klassische chinesische Aroma, jedoch in einer präzise reduzierten, fast puristischen Interpretation.

Was uns besonders auffiel und was diesen Abend klar von vielen anderen Sternemenüs abhebt: Die Vorspeisen sind ein Lehrstück in Textur und Spannung. Das Zusammenspiel von Schärfe, Süße und Säure ist nie plakativ, die Texturen wechseln bewusst zwischen cremig, knusprig und schmelzend und die aromatischen Kontraste sind kein Selbstzweck, sondern dramaturgisch gesetzt. Ein Paradebeispiel: Seeigel, Sauerteigbrot, braune Butter. Tief, salzig, buttrig und dennoch von einer Leichtigkeit getragen, die überrascht.

Die Ausnahme, die zur Ikone wird: Beef Tatar

Ein Gericht durchbricht bewusst das Prinzip der ständigen Erneuerung: Das koreanische Beef Tatar mit Gochujang und Nashi Birne. Es ist eine Ausnahme und genau das macht es so besonders. Während im Taian Table Menüs konsequent wechseln, landet dieses Gericht immer wieder auf der Karte. Warum? Weil es gefragt ist. Weil es funktioniert. Weil es emotional trifft. Und tatsächlich: Dieses Tatar ist mehr als ein Klassiker. Es steht für eine moderne Aromatik: Schärfe durch Gochujang. Präsent, aber nie dominant. Das Gegenspiel bildet die fruchtige Frische der Nashi Birne. Die Textur ist perfekt – fein, aber mit Struktur. Ein Gericht, das zeigt: Wiederholung ist erlaubt, wenn sie Exzellenz bedeutet.

Hauptgänge & Tiefe: Präzision trifft Produkt

Mit der spanischen Carabinero beginnt eine neue Phase des Menüs: mehr Tiefe, mehr Konzentration. Die Kombination mit Fingerlimette und Ingweröl bringt eine vibrierende Frische, fast elektrisch auf der Zunge. Das Schalotten-Dashi mit Gruyère und Périgord-Trüffel ist dann pure Reduktion. Ein Gang, der zeigt, wie viel Kraft in scheinbarer Einfachheit liegen kann.

Spätestens bei Foie Gras mit Tamarinde, grüner Mango und Vadouvan wird klar: Hier wird nicht fusioniert, hier wird komponiert. Und das Lamm? „Poltinger“ Lamm mit Kadaifi und Fattoush: ein Spiel aus Crunch, Saftigkeit und orientalischer Frische. Technisch makellos, emotional zugänglich.

Weinbegleitung: Intelligenz im Glas

Die Pairings sind nicht nur Begleitung, sondern eigenständige Erzählung:

  • Weingut Egon Müller Riesling Scharzhof 2020 – präzise Säure als Kontrast zum Tatar
    • Artadi Viñas de Gain Blanco 2019 – strukturiert, mit Tiefe zur Carabinero
    Pol Roger Brut Réserve Vinothèque 2004 – Reife trifft opulente Foie Gras
    Château Musar 2017 – ein mutiger, aber brillanter Partner zum Lamm

Was auffällt: Die Auswahl ist keine klassische Komfortzone, sondern fordert – und belohnt.

Dessert: Subtil statt süß

Auch im Finale bleibt sich die Küche treu: Rhabarber und Tonkabohne spielt mit Säure und Wärme, während Brezel-Gelato mit Banane und Kumquat einen überraschenden, fast verspielten Abschluss bildet. Keine Überzuckerung, kein Finale mit Paukenschlag, sondern ein leiser, intelligenter Ausklang.

Wenn Nähe zur neuen Luxuszutat wird

Was dieser Gastauftritt im Hangar-7 so bemerkenswert macht, erschließt sich nicht nur im Moment des Genusses, sondern vor allem in dem, was davon bleibt. Es ist eine leise, aber klare Verschiebung dessen, wie Fine Dining heute gedacht werden kann.

Auffällig ist wie bewusst auf Übertreibung verzichtet wird. Statt spektakulärer Effekte steht Präzision im Mittelpunkt. Aromen sind nicht laut, sondern klar gesetzt. Texturen nicht verspielt, sondern gezielt eingesetzt. Diese Form der Reduktion wirkt nicht einfach, sie ist das Ergebnis höchster Kontrolle.
Besonders spannend zeigt sich das in der Entscheidung, ein Gericht wie das koreanische Beef Tatar immer wieder auf die Karte zu setzen. In einer Welt, die oft von permanenter Neuerfindung lebt, wirkt das fast wie ein Gegenentwurf. Und genau darin liegt die Stärke: Wenn etwas wirklich funktioniert, darf es bleiben. Qualität schlägt Zwang zur Innovation.

Auch der Umgang mit internationalen Einflüssen wirkt hier bemerkenswert präzise. Es geht nicht um beliebige Fusion, sondern um bewusst gesetzte Verbindungen. Die Auslandsreisen bzw. -tätigkeiten von Stiller und Stoop finden sich ganz bewusst in den Gerichten wieder. Jede Zutat, jede Technik erfüllt einen klaren Zweck. Das Ergebnis ist eine Küche, die global denkt, aber niemals beliebig wirkt. Ein Menü, das nicht nur beeindruckt, sondern Orientierung gibt und damit vielleicht genau das liefert, was die Branche gerade braucht: Klarheit.

Die Köpfe dahinter

Über Stefan Stiller
Geboren 1966 in Hildesheim, Deutschland, zählt Stiller zu den prägenden Figuren der internationalen Spitzengastronomie. Ausgebildet in renommierten deutschen und Schweizer Sternerestaurants, erarbeitete er sich früh einen Michelin-Stern mit seinem eigenen Restaurant „Grand Cru“. Seit 2004 lebt und arbeitet er in Shanghai, wo er die westlich geprägte Haute Cuisine entscheidend mitentwickelte. Mit dem Taian Table verwirklichte er 2016 seine Vision eines radikal offenen Fine-Dining-Konzepts, ausgezeichnet mit drei Michelin-Sternen. Seine Küche verbindet klassische Technik mit globalen Einflüssen und steht für kulinarischen Austausch auf höchstem Niveau.

Christiaan Stoop
Geboren 1995 in Deutschland als Sohn niederländischer Eltern, blickt Christiaan Stoop auf internationale Stationen von Barcelona bis Shanghai. Mit nur 26 Jahren kam er als Chef de Cuisine ins Taian Table, nur 18 Monate später wurde er Executive Chef für Shanghai und Guangzhou. 2025 führte er die Restaurants gemeinsam mit Stefan Stiller zu drei bzw. zwei Michelin-Sternen und wurde zudem mit dem „Best Chef Award“ (drei Messer) ausgezeichnet. Stoop steht für eine neue Generation von Spitzenköchen: global geprägt, präzise in der Technik und klar in der kulinarischen Handschrift.

www.hangar-7.com

Copyright zu den verwendeten Beitragsbildern:
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Stefan Stiller und Christiaan Stoop © Helge Kirchberger Photography
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