Digitalisierung & KI

Die Agenten kommen
Pierre Nierhaus © Foto Joppen
9. Februar 2025 | 
Pierre Nierhaus

Die Gastronomie und Hotellerie erleben einen tiefgreifenden digitalen Wandel. Die Zukunft heißt KI. Plattformen und digitale Tools ermöglichen nicht nur eine effizientere und datengetriebenere Planung, sondern auch eine neue Form der Interaktivität und Kommunikation mit Kund:innen. Smartphones fungieren zunehmend als Kommandozentrale, sei es für Bestellungen, Zahlungen oder die Interaktion mit KI-gesteuerten Assistenten. Im Kommen sind persönliche Assistenten, die individuell Daten und individuelle Erfahrungen für die Erstellung von Speisekarten, Blogs und Bewertungen verarbeiten.

Keine Küche ohne KI

Kochroboter bleiben Spezialist:innen vorbehalten, während kleinere Helfer, wie smarte Küchengeräte, in vernetzten Smart Kitchens Arbeitsabläufe optimieren. Gewinner dieser Entwicklung sind Plattformen, die datenbasierte Menüplanung und Trendanalysen ermöglichen, wie Tastewise. Diese Plattform hilft dem Koch/der Köchin, Gastronom:innen und der Systemgastronomie dabei, ihre Angebote gezielt auf regionale Präferenzen auszurichten. Auch in der Preisgestaltung setzt sich KI durch: Dynamic Pricing reagiert in Echtzeit auf Nachfrage und Verfügbarkeit – sowohl in der Gastronomie als auch im Hotel (Revenue Management).

QR Code is king

Voice-Assistants und kontaktlose Bestellsysteme treiben die Automatisierung weiter voran. QR-Codes, Orderkioske und Chatbots vereinfachen Prozesse, steigern die Effizienz und reduzieren den Personalbedarf. Digitale Zahlungsmethoden gewinnen weiter an Popularität. Der QR Code bleibt auf der Siegerstraße für Bestellungen oder die Suche nach Personal. Systeme wie McDonald's KI-gesteuerte Drive-Throughs (im Test: Bestellung und Upselling durch Echtzeit-Vorschläge) revolutionieren den Bestellprozess, während Avatare oder Hologramme Gäste durch Speisekarten führen.

Digitale Erfahrung bereichert Erlebnis

Parallel dazu gewinnen virtuelle Konzepte an Bedeutung. Augmented Reality wird teilweise bereits in Hotels eingesetzt wie dem Adlon, um Gästeerlebnisse zu bereichern und bereits vor der Reise Vorfreude und Spannung aufzubauen. Innovative Gastronom:innen setzen auf virtual Dining Experiences. Angesagt sind immersive Konzepte, die das reale und digitale Erlebnis verschmelzen wie das Eatrenalin im Europa-Park oder das Ultraviolet by Paul Pairet in Shanghai. Das Metaverse ist aktuell weniger präsent und wird von der KI überholt, bleibt aber eine potenzielle Ergänzung der realen Welt. Die Entwicklung von Blockchain muss im Auge behalten werden.

Mittags kommt der Robot

Besonders in den USA, z.B. in Miami und Los Angeles, prägen Straßenroboter und autonome Lieferdienste die neue Distribution. An jeder Ampel stehen Delivery Robots und warten auf das Grünzeichen, um die Gerichte in Firmen zu liefern. Während sich Roboter in der Reinigung durchsetzen, bleibt ihr Einsatz im Service noch begrenzt.

Innovationen erfolgreich durch Kooperationen

Marketing wird agiler und zielgruppenindividuell, oft über Plattformen wie TikTok. Kooperationen, etwa von B&B Hotels mit Influencern, zeigen Erfolg. Trotz der Digitalisierung überraschen analoge Ansätze, wie Postkarten oder Präsenzveranstaltungen, und schaffen Vertrauen. Insgesamt treiben KI und Digitalisierung die Branche voran, aber der Knackpunkt bleibt: Kooperation der Systeme ist entscheidend, um Innovationen flächendeckend umzusetzen.

New Roots

Handwerkliche vegane Käsekultur aus der Schweiz

Was passiert, wenn traditionelle Schweizer Käsekunst auf pflanzliche Fermentation trifft? Es entsteht kein Ersatzprodukt, sondern eine neue Kategorie. New Roots bezeichnet sich selbst als „vegane Molkerei“ und produziert in Oberdiessbach handwerklich hergestellte Käsealternativen auf pflanzlicher Basis. Gegründet 2016 in Thun, gehört das Unternehmen zu den Pionieren der europäischen veganen Käsekultur und produziert heute wöchentlich rund 30.000 Käseprodukte. Besonders bemerkenswert: Die Herstellung erfolgt nach traditionellen Reifemethoden mit Fermentation, Reifekulturen und handwerklicher Sorgfalt statt texturierender Zusatzstoff-Architektur. Für Betriebe, die ihr veganes Angebot auf Fine-Dining-Niveau heben möchten, lohnt sich ein genauer Blick auf folgende Produkte.

Nachhaltig grillen 2026

Profi-Tipps von Haya Molcho, günstiges Premiumfleisch und pflanzliche BBQ-Trends

Ob gerettetes Qualitätsfleisch über Too Good To Go, pflanzliche Steaks von Planted oder Zero Waste BBQ laut Kotányi Grillstudie: Die Grillsaison 2026 steht für bewussten Genuss, neue Geschmackserlebnisse und smarte Möglichkeiten, beim Grillen Geld zu sparen.

Blaufränkisch in Vollreife

Warum Kerschbaums „X“ 2015 ein seltenes Statement gegen zu frühes Öffnen ist

Die meisten großen Weine werden zu früh geöffnet. Michael Kerschbaum dreht das Prinzip um und bringt mit dem Blaufränkisch „X“ 2015 einen Wein auf den Markt, der genau dann verfügbar ist, wenn er sein volles Potenzial erreicht hat. Ein seltenes Statement für Geduld, Herkunft und die wahre Größe des Blaufränkisch.

Das Weingut Kerschbaum setzt mit dem Blaufränkisch „X“ 2015 ein bewusstes Zeichen gegen die Schnelllebigkeit der Weinwelt. Zehn Jahre Reife, kompromisslose Selektion und eine klare Vision: einen Blaufränkisch genau dann zugänglich zu machen, wenn er sein volles Potenzial erreicht hat.

quick & dirty
Lieferroboter in Miami © Pierre Nierhaus
Digitalisierung & KI

Die Gastronomie und Hotellerie erleben einen tiefgreifenden digitalen Wandel. Die Zukunft heißt KI. Plattformen und digitale Tools ermöglichen nicht nur eine effizientere und datengetriebenere Planung, sondern auch eine neue Form der Interaktivität und Kommunikation mit Kund:innen. Smartphones fungieren zunehmend als Kommandozentrale, sei es für Bestellungen, Zahlungen oder die Interaktion mit KI-gesteuerten Assistenten. Im Kommen sind persönliche Assistenten, die individuell Daten und individuelle Erfahrungen für die Erstellung von Speisekarten, Blogs und Bewertungen verarbeiten.