Der stille Riese

Wie eine Schale 181 Fußballfelder Kunststoff ersetzt
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Alexandra Gorsche © Conny Leitgeb Photography
12. November 2025 | 
Alexandra Gorsche

„Unser Ziel ist es, auf den unscheinbaren, aber massiven Abfallstrom in der Gemeinschaftsverpflegung aufmerksam zu machen.“
Victoria Berger, CEO & Gründerin and-less

Wiener Start-up and-less revolutioniert Großküchen mit einer simplen, aber genialen Mehrweg-Idee: Nachhaltigkeit in der Hospitality-Branche beginnt nicht erst am Gästeteller – sondern oft viel früher, im Verborgenen. Ein Beispiel dafür ist die Gemeinschaftsverpflegung: Jeden Tag werden tausende Portionen in Schulen, Pflegeheimen und Kantinen in Einwegbehältern angeliefert, die nach dem Umfüllen direkt im Müll landen. Kaum sichtbar für die Öffentlichkeit, entsteht hier ein Müllberg, der laut and-less jährlich der Fläche von rund 181 Fußballfeldern entspricht.

Mehrweg, der wirklich wirkt

Mit der and-less XL bringt das Wiener Unternehmen nun eine praxisnahe Lösung auf den Markt: eine wiederverwendbare, siegelfähige Mehrwegschale im Standardmaß 1/2 GN, speziell für Cook’n’Chill-Verfahren entwickelt. Bestehende Edelstahl-Alternativen waren bisher oft zu schwer oder nicht dicht genug – ein Grund, warum viele Großbetriebe trotz nachhaltiger Absichten weiterhin auf Einweg setzen.

Die Vorteile sprechen für sich: Bei 5.000 eingesetzten Schalen mit durchschnittlich 250 Umläufen pro Jahr lassen sich über 1,25 Millionen Einwegverpackungen und bis zu 250 Tonnen Kunststoffabfall vermeiden – ganz ohne Veränderung der logistischen Abläufe.

Auch ökonomisch ist das System ein Gamechanger: Schon ab dem dritten Einsatz ist die Mehrwegschale günstiger als Einweg. Großbetriebe können pro Jahr zwischen 40.000 und 60.000 Euro einsparen, abhängig von Einwegpreisen und Reinigungsstruktur. Das macht die and-less XL nicht nur zu einem ökologischen Statement, sondern zu einem betriebswirtschaftlich relevanten Tool.

„Nachhaltigkeit muss nicht kompliziert sein – sie muss funktionieren.“
Philip Kohlbecher, Co-Founder & Produktentwickler and-less

Impulse für die Branche

  • Auch dort ansetzen, wo Gäste es nicht sehen – und trotzdem massiv profitieren
  • Bestehende Infrastruktur mitdenken: Rückführung im gleichen Liefersystem senkt Hürden
  • Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit schließen sich nicht aus – im Gegenteil

Aus dem Genusspunkt Sept-Okt 2025

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KI 2026

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Für das Jahr 2026 zeichnet sich ein klarer Wendepunkt ab. Der firmenweite Einsatz von KI rückt in den Mittelpunkt. Zu diesem Ergebnis kommt der Hamburger KI-Experte und Interim Manager Eckhart Hilgenstock, der zahlreiche nationale und internationale Studien zur Entwicklung von Künstlicher Intelligenz analysiert hat. Sein Fazit ist eindeutig: „Nach der Phase der Pilotprojekte 2024/25 streben viele Unternehmen für 2026 die Skalierung der KI innerhalb ihrer Organisation an.“

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Dry January: Vom Monatsphänomen zum Branchenstandard

Dry January ist längst kein Verzichtsmonat mehr. Er ist ein Seismograf. Für veränderte Gästewünsche. Für bewusstere Konsummuster. Für eine neue Ästhetik des Genusses. Wer 2026 noch glaubt, alkoholfreie Drinks seien bloß Limonade im Kristallglas, hat den Trend nicht verstanden. In der Bar Montez im Rosewood Munich zeigt Bar Manager Mario Sel, wie anspruchsvoll, strukturiert und gastronomisch relevant alkoholfreie Kreationen heute sein können und warum sie längst ein strategischer Bestandteil zeitgemäßer Barkultur sind.

Trendreport: Bereiche der Hospitality Branche

Neue Anforderungen an Gastronomie in einer modernen Welt

Gastronomie wird über alle Lebensbereiche hinweg emotionaler, flexibler und relevanter: Systemgastronomie zeigt mehr Charakter, Verkehrsgastronomie entwickelt sich vom Zwischenstopp zum Erlebnisraum und im Kontext von New Work wird Kulinarik zum zentralen Faktor für Kultur, Gesundheit und Arbeitgeberattraktivität.

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