Cheers to Zero

Warum No & Low die aufregendste Getränkekategorie der Zukunft ist
© Julians Saftladen
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Alexandra Gorsche © Conny Leitgeb Photography
9. November 2025 | 
Alexandra Gorsche

Weniger Alkohol, mehr Geschmack, maximale Relevanz: No & Low ist längst nicht mehr der brave Kompromiss, sondern die spannendste Entwicklung auf der Getränkekarte. Von fermentierten Superdrinks bis zu prickelnden Luxus-Alternativen – was hier entsteht, ist ein neues Selbstverständnis von Genuss. Für die Gastronomie bedeutet das: neue Zielgruppen, neue Wertschöpfung, neue Möglichkeiten.

Neue Selbstverständlichkeit statt Verzichtsangebot

No & Low Alcohol ist kein temporärer Hype, sondern Ausdruck eines gesamtgesellschaftlichen Wandels. Immer mehr Konsument:innen suchen nach Alternativen, die leicht, verträglich und dennoch geschmacklich komplex sind. Der aktuelle Report „No/Low 2024“ von IWSR zeigt: Alkoholreduzierte Weine verzeichnen international ein starkes Wachstum – insbesondere in Märkten wie Deutschland, Großbritannien und den USA. Doch der Geschmack bleibt entscheidend: Die größte Herausforderung bleibt, den vollen Genuss zu bieten – mit oder ohne Alkohol.

Genusspunkt präsentiert ein sorgfältig kuratiertes Update der spannendsten No & Low Innovationen – von fermentierten High-End-Drinks bis zu visionären Konzepten aus der Spitzengastronomie.

Fermentation als Zukunftsformel

Werner Retter, Pionier der Wildfrucht-Fermentation, beweist mit seinen Shrubs, Oxymels und bald auch Kombuchas, wie viel Kraft in alten Techniken steckt. In seiner Bio-Manufaktur entstehen konzentrierte Essenzen, die ohne künstliche Zusätze auskommen und in der gehobenen Gastronomie neue Akzente setzen.

Besonders die Shrubs überzeugen durch ihre intensive Aromatik und eignen sich ideal als alkoholfreie Basis für Aperitifs oder Signature-Drinks – nachhaltig, gesund und geschmacklich einzigartig.

Neue Vielfalt auf der Karte

Auch das Traditionshaus INTERSPAR zeigt mit seiner weinwelt-Initiative, wie alkoholfreier Genuss professionell inszeniert werden kann. Von alkoholfreiem Rosé der Jungwinzerin Benita Sophie Rosé bis zu charakterstarken Varianten wie dem Krispel Zero Weiß wird deutlich: Die Branche reagiert. Besonders hervorzuheben ist die kluge Kombination aus Sensorik, Markenpräsentation und wirtschaftlicher Relevanz. Sichtbarkeit in den Regalen und auf der Karte entscheidet – ebenso wie der Geschmack.

Mittlerweile nicht nur im Sortiment, sondern auch im eigenen INTERSPAR Magazin angekommen: eine kuratierte Auswahl an no alcohol Weinen. „Guter Wein muss atmen – gutes Design auch. Nach diesem Prinzip wurde das INTERSPAR weinwelt Magazin ebenso wie weitere weinwelt-Medien, etwa der INTERSPAR weinwelt Bestseller, neugestaltet. Die frische Optik sorgt für Leichtigkeit – auch zwischen den Zeilen.“
Michael Stebegg, Kreativgeschäftsführer Die Goldkinder

Aromaspiel mit Haltung – ein Weißwein, der neue Maßstäbe setzt

Mit dem Allacher All Zero White 2024 zeigt Muskat Ottonel sein fruchtigstes Gesicht – frisch, floral, exotisch. Die vinifizierte Leichtigkeit überzeugt nicht nur als Speisenbegleiter zu Fisch und Co., sondern wurde auch mit Silber beim Austrian Zero Award prämiert. Modern gekeltert, schonend entalkoholisiert und geschmacklich überraschend vielschichtig.

Wie Genussformate den Zeitgeist treffen: „Viermal im Jahr entführt das INTERSPAR
weinwelt Magazin unsere Leserinnen und Leser in die genussvolle Welt von Wein, Champagner, edlen Spirituosen und feiner Kulinarik. Aktuelle Trends, spannende Geschichten und inspirierende Inhalte machen jede Ausgabe zu einem besonderen Erlebnis. Mit dem neuen, modernen Design ist es uns gelungen, die Freude am Genuss noch eindrucksvoller zu vermitteln.“
Mag. Johannes Holzleitner, INTERSPAR Österreich-Geschäftsführer

Alkoholfrei, aber voller Charakter

Mit dem Krispel Zero Alkoholfrei zeigt die Steiermark, wie eleganter Weingenuss ohne Promille gelingt. Die Cuvée aus Muskateller und Bouvier überzeugt mit floralen Noten, feiner Frucht und einem ausgewogenen Süße-Säure-Spiel – und passt damit perfekt in eine Zeit, in der bewusster Konsum und kulinarischer Anspruch kein Widerspruch mehr sind. Ideal als Aperitif oder als Begleiter zu herzhaftwürzigen Gerichten wie Thai-Curry.

Frucht, Format und Feingefühl

Die Jungwinzerin Benita Sophie aus Niederösterreich zeigt, wie moderne Winzerkunst heute aussieht. Ihr alkoholfreier Riesling begeistert mit typischer Steinfrucht, lebendiger Säurestruktur und wurde dafür mit Doppelgold beim Austrian Zero Award ausgezeichnet – ein klarer Beweis, wie Qualität auch ohne Alkohol schmeckt.

Zartes Lachsrosa, elegante Beerenaromen und ein mineralischer Nachhall machen den Benita Sophie Rosé alkoholfrei zur idealen Begleiterin für bewusste Genießer:innen. Silber prämiert beim Austrian Zero Award, setzt er ein Zeichen für Stil, Substanz – und neue Perspektiven im Glas.

Von der Idee zur neuen Trinkkultur: Julians Saftladen

Jessica und Julian bringen mit ihrem Saftladen hochkomplexe, alkoholfreie Speisenbegleiter in die Gastronomie. Ihre Kombinationen – etwa Tomate & Ingwer oder Rote Bete & Kakao – sprechen Gerichte auf aromatischer Ebene an und setzen bewusst auf Tannin, Umami und Struktur. So entsteht eine alkoholfreie Begleitung, die sich mit klassischem Foodpairing messen kann. Für Sommeliers und Köche eröffnet das neue kreative Spielräume.

Justė: Die weiße Alternative aus der Steiermark

Das Weingut Sattlerhof in Gamlitz setzt mit Justė auf die Kraft der Quitte. Inspiriert von persönlichen Erlebnissen entwickelte die Familie ein Getränk, das die Lücke zwischen Wein und Wasser schließt – florale Kräuter, keine Kohlensäure, kein Koffein. Justė begleitet Speisen mit Eleganz und Natürlichkeit und zeigt, dass auch im Fine Dining alkoholfreie Alternativen stilprägend sein können.

NOUVAUX: Prickelnd, leicht, luxuriös

Die Sektmanufaktur VAUX schafft mit NOUVAUX ein kleines Wunder: Ein Schaumwein mit nur 2 % Alkohol, klassisch in Flaschengärung hergestellt – und dabei sensorisch komplex und elegant. Dass das Produkt existiert, grenzt an Perfektion in Technik und Sensorik. Mit NOUVAUX antwortet VAUX auf die Bedürfnisse einer anspruchsvollen, gesundheitsbewussten Zielgruppe und definiert Schaumwein neu.

Unser Fazit für die Zukunft

No & Low Alcohol sind gekommen, um zu bleiben – und das mit Stil, Qualität und Innovationskraft. Für Gastronomie und Hotellerie bedeutet das nicht nur neue Produkte, sondern neue Erlebniswelten. Wer heute alkoholfreie Alternativen nicht nur mitführt, sondern kuratiert und inszeniert, stärkt seine Position als Gastgeber mit Haltung. Genuss ist keine Frage des Promillewerts, sondern der Haltung dahinter.

Aus dem Genusspunkt Sept-Okt 2025

Copyright zu den verwendeten Beitragsbildern:
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New Roots

Handwerkliche vegane Käsekultur aus der Schweiz

Was passiert, wenn traditionelle Schweizer Käsekunst auf pflanzliche Fermentation trifft? Es entsteht kein Ersatzprodukt, sondern eine neue Kategorie. New Roots bezeichnet sich selbst als „vegane Molkerei“ und produziert in Oberdiessbach handwerklich hergestellte Käsealternativen auf pflanzlicher Basis. Gegründet 2016 in Thun, gehört das Unternehmen zu den Pionieren der europäischen veganen Käsekultur und produziert heute wöchentlich rund 30.000 Käseprodukte. Besonders bemerkenswert: Die Herstellung erfolgt nach traditionellen Reifemethoden mit Fermentation, Reifekulturen und handwerklicher Sorgfalt statt texturierender Zusatzstoff-Architektur. Für Betriebe, die ihr veganes Angebot auf Fine-Dining-Niveau heben möchten, lohnt sich ein genauer Blick auf folgende Produkte.

Nachhaltig grillen 2026

Profi-Tipps von Haya Molcho, günstiges Premiumfleisch und pflanzliche BBQ-Trends

Ob gerettetes Qualitätsfleisch über Too Good To Go, pflanzliche Steaks von Planted oder Zero Waste BBQ laut Kotányi Grillstudie: Die Grillsaison 2026 steht für bewussten Genuss, neue Geschmackserlebnisse und smarte Möglichkeiten, beim Grillen Geld zu sparen.

Blaufränkisch in Vollreife

Warum Kerschbaums „X“ 2015 ein seltenes Statement gegen zu frühes Öffnen ist

Die meisten großen Weine werden zu früh geöffnet. Michael Kerschbaum dreht das Prinzip um und bringt mit dem Blaufränkisch „X“ 2015 einen Wein auf den Markt, der genau dann verfügbar ist, wenn er sein volles Potenzial erreicht hat. Ein seltenes Statement für Geduld, Herkunft und die wahre Größe des Blaufränkisch.

Das Weingut Kerschbaum setzt mit dem Blaufränkisch „X“ 2015 ein bewusstes Zeichen gegen die Schnelllebigkeit der Weinwelt. Zehn Jahre Reife, kompromisslose Selektion und eine klare Vision: einen Blaufränkisch genau dann zugänglich zu machen, wenn er sein volles Potenzial erreicht hat.

quick & dirty
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Cheers to Zero

Weniger Alkohol, mehr Geschmack, maximale Relevanz: No & Low ist längst nicht mehr der brave Kompromiss, sondern die spannendste Entwicklung auf der Getränkekarte. Von fermentierten Superdrinks bis zu prickelnden Luxus-Alternativen – was hier entsteht, ist ein neues Selbstverständnis von Genuss. Für die Gastronomie bedeutet das: neue Zielgruppen, neue Wertschöpfung, neue Möglichkeiten.