
Handwerkliches Gelato hat seine Rolle verändert. Es ist nicht länger Begleiter, sondern wird zu einer der relevantesten Innovationsflächen der internationalen Hospitality. Was wir aktuell sehen, ist kein kurzfristiger Trend. Es ist ein struktureller Wandel.
Gelato wird neu gedacht! Nicht nur als Genussmoment, sondern als Antwort auf veränderte Konsumhaltungen. Pflanzliche, „free-from“ und zuckerreduzierte Varianten sind keine Alternative mehr. Sie sind der neue Standard. Damit positioniert sich Gelato genau dort, wo die Zukunft liegt: zwischen Genuss und bewusster Entscheidung.
Mit dem Aufkommen von botanical gelato verschiebt sich der Fokus. Regionalität ist nicht mehr nur Herkunft, sie wird zur Erzählung am Teller. Die Kombination aus Früchten, Kräutern und Blüten innerhalb einer Herkunft schafft Tiefe, Identität und emotionale Bindung. Das ist mehr als Geschmack. Das ist Markenbildung durch Kulinarik.
Die spannendste Entwicklung passiert in der Gastronomie selbst. Gelato wird nicht mehr serviert, es wird komponiert. Techniken wie Fermentation bringen neue Dimensionen. Um einige Beispiele zu nennen: Miso, Koji oder sogar fermentierte Milch. Sie schaffen Komplexität, Umami und Tiefe. Die Konsequenz beziehungsweise die Wandlung: Der Gelatier wird zum Koch.
Mit einem globalen Volumen von über 33 Milliarden Euro zählt die Branche zu den dynamischsten im gesamten Hospitality-Sektor. Dieses Wachstum ist kein Zufall. Es basiert auf technologischer Entwicklung, neuen Konsumformaten und der steigenden Erwartungshaltung der Gäste.
Die Grenzen zwischen Gelato, Patisserie, Kaffee und Mixologie lösen sich zunehmend auf. Und genau hier liegt die eigentliche Entwicklung: Gelato wird zur Plattform für Innovation, Storytelling und Differenzierung. Wer Gelato heute noch als Dessert versteht, denkt zu klein. Wer es als strategisches Werkzeug begreift, gestaltet aktiv die Zukunft der Hospitality. Mit Blick auf die kommende Host Milano 2027 wird deutlich, wohin sich die Branche entwickelt: Gelato steht exemplarisch für eine neue Generation von Hospitality: vernetzter, kreativer und wirtschaftlich relevanter denn je.
Mit der Initiative Wir trinken steirisch setzt Wein Steiermark ein starkes Zeichen für Herkunft, Regionalität und gelebte Weinkompetenz. Für Gastronom und Gastgeber entsteht daraus mehr als eine Kampagne: steirischer Wein wird zum Erlebnis, zur Empfehlung am Tisch und zum strategischen Werkzeug für mehr Sichtbarkeit, Wertschöpfung und regionale Identität.
Die Gostilna Rajh in Bakovci nahe Murska Sobota gilt als kulinarischer Botschafter der slowenischen Region Prekmurje. Tanja, Damir und Leon Pintarič zeigen, wie traditionelle Gerichte wie Lángos, Bograč, Essigfleisch und Prekmurska gibanica mit moderner Handschrift und echter Gastfreundschaft zu einem kulinarischen Reiseziel werden, nur kurz hinter der österreichischen Grenze.
Im Juni 2026 bringt David Toutain seine naturverwurzelte Zwei-Sterne-Küche ins Restaurant Ikarus im Red Bull Hangar-7 in Salzburg. Der französische Koch aus Paris zeigt, warum Gemüse, Kräuter, Fermentation und kurze Lieferketten im Fine Dining keine Nebendarsteller mehr sind, sondern die neue Sprache von Luxus. Ein Menü zwischen Normandie, Nachhaltigkeit und jener grünen Erbse, die Toutain den Kaviar des Gemüses nennt.
Handwerkliches Gelato hat seine Rolle verändert. Es ist nicht länger Begleiter, sondern wird zu einer der relevantesten Innovationsflächen der internationalen Hospitality. Was wir aktuell sehen, ist kein kurzfristiger Trend. Es ist ein struktureller Wandel.