
Der Gastronomiemarkt verändert sich rapide und bietet zahlreiche neue Chancen, aber auch Herausforderungen. Gesellschaftliche Strukturen und Zielgruppenbedürfnisse haben sich stark gewandelt. Deutschland ist ein starkes Land für der Single-Diners, die Wert auf ein schönes Ambiente legen und Restaurants für das individuelle Erlebnis besuchen, und für ältere Gäste.
Die Silver Society, also ältere Gäste, legt besonderen Wert auf Gesundheit, Komfort und Barrierefreiheit. Aspekte wie angenehme Akustik und Licht, kleinere Portionen, gut lesbare Speisekarten oder sogar Lesebrillen gewinnen an Bedeutung. Innovative Ansätze, wie in Japan gelebte Old is Gold-Restaurants, zeigen, dass traditionelles Essen und altersgerechter Service auch in Deutschland eine Zukunft haben könnten.
Eine für die Gastronomie wichtige Zielgruppe ist die geburtenstarke Babyboomer-Generation. Sie verfügt über Zeit und Geld, ist oft mit Familie oder Enkeln unterwegs, und viele sind offen für Nebenjobs in der Gastronomie, sei es aus Langeweile oder finanziellen Gründen. Die Babyboomer sind die jungen Alten: zumeist recht fit, anspruchsvoll, qualitätsbewusst, gut informiert, reiseerfahren und durchaus bereit, Neues und Trendiges auszuprobieren. Ihr Lifestyle orientiert sich an den Jüngeren, was Kleidung, Sport und Ernährung betrifft.
Auf dem Markt haben sich durch Gentrifizierung, Downsizing und veränderte Arbeitswelten viele Gastronomiebetriebe neu orientieren müssen. Besonders die obere Mittelschicht kämpft, während systemgastronomische Betriebe weiterhin stabil bleiben. Trotz kürzerer Öffnungszeiten und weniger Spitzenrestaurants gibt es Potenzial in der Individualisierung: vegetarische, vegane oder gesundheitsorientierte Konzepte können neue Gästegruppen ansprechen.
Gleichzeitig prägen neue Zielgruppen wie Generation Z und Alpha den Markt. Als Digital Natives erwarten sie hybride Erlebnisse, bei denen digitale und vor Ort gebotene Services nahtlos ineinandergreifen. Gäste mit Einschränkungen fordern ebenfalls maßgeschneiderte Konzepte, etwa barrierefreie Restaurants oder spezielle Menüs für Allergiker. Vegetarische, vegane oder gesundheitsorientierte Konzepte können neue Gästegruppen ansprechen und bieten Potenzial in der Individualisierung. Ganze Familien, generationsübergreifend, genießen das Gemeinsame in der Gastronomie.
Handwerkliches Gelato hat seine Rolle verändert. Es ist nicht länger Begleiter, sondern wird zu einer der relevantesten Innovationsflächen der internationalen Hospitality. Was wir aktuell sehen, ist kein kurzfristiger Trend. Es ist ein struktureller Wandel.
Ein Monat, der Maßstäbe setzt: Im Restaurant Ikarus im Hangar-7 zeigen Drei-Sterne-Koch Stefan Stiller und Executive Chef Christiaan Stoop, wie modernes Fine Dining heute funktioniert: mit radikaler Nähe zum Gast, außergewöhnlicher Aromenbalance und einem Menü, das weit über den Moment hinaus Relevanz für die gesamte Branche entfaltet.
Gastronomie wird über alle Lebensbereiche hinweg emotionaler, flexibler und relevanter: Systemgastronomie zeigt mehr Charakter, Verkehrsgastronomie entwickelt sich vom Zwischenstopp zum Erlebnisraum und im Kontext von New Work wird Kulinarik zum zentralen Faktor für Kultur, Gesundheit und Arbeitgeberattraktivität.
Der Gastronomiemarkt verändert sich rapide und bietet zahlreiche neue Chancen, aber auch Herausforderungen. Gesellschaftliche Strukturen und Zielgruppenbedürfnisse haben sich stark gewandelt. Deutschland ist ein starkes Land für der Single-Diners, die Wert auf ein schönes Ambiente legen und Restaurants für das individuelle Erlebnis besuchen, und für ältere Gäste.