Mehr als gutes Essen

Warum starke Marken auch in der Gastronomie zählen
© Pexels / Mikael Blomkvist
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Friederike Bothe Foto von: https://www.vividangelo.com/
11. März 2025 | 
Friederike Bothe

Warum zieht uns ein bestimmtes Smartphone magisch an, während ein anderes kaum Beachtung findet? Weshalb prägt sich das Logo einer Marke so tief in unser Bewusstsein ein, dass wir es selbst auf einem verblassten Plakat sofort wiedererkennen? Die Antwort liegt auf der Hand: Intuitives Design, strategisches Storytelling und eine Kommunikation, die nicht belehrend wirkt, sondern begehrlich macht.

Marken kommunizieren

Während Unternehmen aus Mode-, Tech- oder Luxusbranchen diese Mechanismen meisterhaft beherrschen, bleibt die F&B-Welt hier erstaunlich zurückhaltend. Es wird mit Herz gekocht, mit Leidenschaft serviert – aber die Kraft einer konsequenten, visuell ansprechenden Markenkommunikation bleibt vielerorts ungenutzt. Hier steckt ein enormes Potenzial!

Die großen Fast-Food-Franchises haben natürlich längst erkannt, dass nicht nur das Produkt, sondern auch das Markenerlebnis Entscheidungen steuert. Wer aber nachhaltige, gesunde Küche erfolgreich in den Mainstream bringen will, muss nicht nur mit Qualität und Werten überzeugen, sondern auch mit einer Ästhetik, die Emotionen weckt und Verlangen schafft – nach gutem Essen, nach bewusstem Genuss, nach einem Lebensstil, der Nachhaltigkeit mit Freude verbindet.

Storytelling, das wirkt: Wie Werte sichtbar und erlebbar werden

Die Zukunft der Gastronomie gehört Betrieben, die Nachhaltigkeit sowohl als ethische Verpflichtung als auch als Chance begreifen. Dabei geht es nicht nur um die Herkunft und Verarbeitung der Produkte, sondern auch darum, ihren Mehrwert durch gezielte Präsentation, Kommunikation und Positionierung in den Mittelpunkt zu rücken. Nachhaltigkeit und Begehrlichkeit können Hand in Hand gehen – wenn eine Strategie dahintersteckt.

Eines ist klar: Verbraucher:innen legen Wert auf Nachhaltigkeit – und zeigen das auch mit ihrem Kaufverhalten. 92 % geben an, dass Nachhaltigkeit bei der Markenwahl wichtig ist. Begriffe wie „bio“ sind gefragter denn je, während neuere Konzepte wie regenerative Landwirtschaft, CO₂-Fußabdruck oder verantwortungsvolle Beschaffung im Branding Kontext zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Unser Fazit für die Zukunft

Ziel ist es, bekannte Mechanismen aus der Welt wertvoller Marken in die Gastronomie zu übersetzen. Idealerweise entsteht damit ein gewisser Suchtfaktor – ein kulinarisches Erlebnis, das nicht nur Genuss bietet, sondern auch eine Dopaminausschüttung auslöst. Gäste sollen das befriedigende Gefühl haben, sich selbst (und der Welt) etwas Gutes zu tun, und genau dieses Verlangen immer wieder stillen wollen – bis sie ganz automatisch zu begeisterten Stammgästen werden.

Mehr zur genussvollen Kommunikation lesen Sie im ersten Genusspunkt-ePaper!

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ahgz Sterne Awards 2026: JAN und Schwarzwaldstube an der Spitze

Warum die Nacht der Sterne zum Seismografen der Spitzengastronomie wird

Wenn sich im Stuttgarter Mercedes-Benz Museum mehr als 275 Sterneköchinnen und Sterneköche versammeln, entsteht mehr als eine Gala. Es entsteht ein Machtzentrum der Kulinarik – konzentriert, verdichtet, hochprofessionell. Die ahgz Sterne Awards 2026, verliehen im Rahmen der „Nacht der Sterne“, haben eindrucksvoll gezeigt, wie stark die Spitzengastronomie im deutschsprachigen Raum vernetzt ist – und wie sehr sie bereit ist, sich selbst zu reflektieren.

Viel Gebläse – wenig Kontext

Was hat das mit Kommunikation zu tun?

Was ist das? Technisch kaum notwendig, laut und entsprechend sozial höchst verdächtig und erlebt im Februar seinen zweiten Frühling bzw. Herbst? Genau – es ist der Laubbläser! Einst erfunden, um herbstliches Laub von den Strassen irgendwo hinzublasen, wo selbiges im besten Fall vielleicht weniger stört. Aktuell erlebt besagtes Gerät einen unerwarteten Weckruf aus dem Winterschlaf. Man braucht ihn um Konfetti nach dem Fasnachtsumzug zu verblasen. Das mag den Controller freuen, eine „sagenhaft teure“ Maschine in der halben Zeit amortisieren zu können. Die Nachbarn erquicken sich dessen wohl weniger.

Buchtipp: Grün. Warm. Gut.

Wohlfühlen fängt auf dem Teller an

Sandra Mühlberg kombiniert über 80 vegetarische Rezepte mit Tipps für Vorratshaltung, nachhaltiges Kochen und entspannte Küchenmomente. Ein Buch voller Wärme, Geschmack und inspirierender Self-Care-Momente.

INFO
Grün. Warm. Gut.
Autorin: Sandra Mühlberg
Verlag: Callwey
Umfang: 224 Seiten
ISBN: 978-3-7667-2809-8
Preis: € 39,95

quick & dirty
Es ist Zeit für genussvolle Kommunikation © Pexels / Mikael Blomkvist
Mehr als gutes Essen

Warum zieht uns ein bestimmtes Smartphone magisch an, während ein anderes kaum Beachtung findet? Weshalb prägt sich das Logo einer Marke so tief in unser Bewusstsein ein, dass wir es selbst auf einem verblassten Plakat sofort wiedererkennen? Die Antwort liegt auf der Hand: Intuitives Design, strategisches Storytelling und eine Kommunikation, die nicht belehrend wirkt, sondern begehrlich macht.