Jenseits des Gewöhnlichen

Wie außergewöhnliche Konzepte die Hospitality-Branche neu inspirieren
© Alexandria Coe
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Alexandra Gorsche © Conny Leitgeb Photography
21. Februar 2026 | 
Alexandra Gorsche

Ob Familien-Suiten mit literarischer Handschrift, Fine Dining als Bühnenkunst oder Radiowellen aus dem Hotelhof – international wie regional setzen Hotels auf Erlebnisse, die überraschen, verbinden und Mehrwert schaffen. Fünf Beispiele, wie aus klassischen Angeboten außergewöhnliche Markenmomente werden.

Inspiration als Luxusgut

Wie Künstlerresidenzen, Designinszenierungen und kreative Allianzen neue Gästeerlebnisse ermöglichen.

Hotels sind längst mehr als Schlafplätze. Sie sind Bühnen, Galerien, Orte der Begegnung und Experimentierräume für neue Lebensgefühle. In einer Zeit, in der Reisende nach Sinn, Individualität und Storytelling verlangen, entwickelt sich auch der Anspruch an Hospitality weiter. Fünf Projekte zeigen, wie sich durch kreative Kollaborationen und durchdachtes Design ein unverwechselbares Profil schaffen lässt – mit Strahlkraft weit über die Region hinaus.

1. Kunst & Connection: One&Only Aesthesis und Alexandria Coe, Athen

Minimalistisches Design trifft auf emotionale Linienkunst: Das One&Only Aesthesis inszeniert mit seiner ersten Artist Residency künstlerische Tiefe. Die britische Künstlerin Alexandria Coe schuf unter dem Titel Connection exklusive Zeichnungen, inspiriert von Natur und Architektur. Die Private Homes verbinden Rückzug, Kultur und Resort-Lifestyle – ein Modell, das internationale Strahlkraft entwickelt.

2. Comicträume & Klassiker: Familiensuiten mit Storytelling-Potenzial

Hotel Amigo, Brüssel – Tintin Suite
Belgisches Kulturerbe als immersives Erlebnis: In Kooperation mit dem Hergé-Museum wurde die Tintin Suite gestaltet – mit Comiczeichnungen, Originalskizzen und eigens designtem Frühstücksgeschirr. Ein spielerischer Ort, an dem Familien Luxus und Erzählkunst gleichermaßen erleben.

Brown’s Hotel, London – Kipling Suite
Eine literarische Zeitkapsel mitten in Mayfair: Handgemalte Wandkunst, originale Briefe und eine private Bibliothek machen die Kipling Suite zu einer Hommage an das Dschungelbuch. Afternoon Tea und Vorlesezeiten verwandeln den Aufenthalt in stilvolle Familienrituale.

The Mark, New York – Penthouse mit Familienbühne
Luxus in Übergröße: Die größte Penthouse Suite der USA verwandelt Familienzeit in ein spektakuläres Erlebnis. Ob privater Eislaufplatz auf der Dachterrasse oder Slumber Party mit Popcorn und Manhattan-Blick – hier wird Gastlichkeit zur Inszenierung.

Hotel de Russie, Rom – Junior Suiten mit Entdeckerflair
Italienischer Klassizismus trifft moderne Familienästhetik: Mit kombinierbaren Junior Suiten, einem von Olga Polizzi entworfenen Design und hoteleigener Schatzsuche entsteht ein urbanes Familienabenteuer – komplettiert vom hauseigenen Frosch-Maskottchen.

3. Fine Dining trifft Bühnenkunst: Nayuu im Four Seasons The Nam Hai, Hôi An

Ein Restaurant als Reise durch fünf Geschmäcker: Im Nayuu wird Omakase zur sensorischen Inszenierung. Küchenchef Alex Moranda verbindet japanische Präzision mit vietnamesischer Seele, Zutaten aus dem hauseigenen Garten und überraschenden Sake-Cocktails. Sechs Gänge wie ein Theaterstück – konzentriert, handwerklich und voller Charakter.

4. Kunst als DNA: NYX Hotel Berlin Köpenick

Kunst nicht als Dekor, sondern als Identität: Das NYX Hotel versteht sich als Galerie mit Schlafplätzen. Bereits die Fassade ist Teil des kuratierten Programms von Mirko Reisser alias DAIM, der internationale Urban Artists wie KERA, Julia Benz oder STOHEAD versammelt. Im Inneren erzählen Lichtinstallationen, Skulpturen und Wandkunst Geschichten – ergänzt durch DJ-Nights, Pop-ups und lokale Kooperationen. Ein Kaleidoskop urbaner Berliner Subkultur.

5. Radiowellen aus dem Innenhof: Brunfels Hotel & Antenne Mainz

Hospitality trifft Hörfunk: Das Brunfels Hotel in Mainz sendet seine eigene Radioshow live aus dem Innenhof. Café del Mainz Tardeo bringt mediterrane Leichtigkeit und House-Sound ins Quartier – gemeinsam mit Antenne Mainz auf UKW 106,6. Eine neuartige Kooperation, die Hotel, Gastronomie und Community verknüpft und Gastlichkeit hörbar macht.

Unser Fazit für die Zukunft: Zukunft gestalten mit Ideen, nicht nur Quadratmetern

Was diese Projekte eint, ist nicht Größe oder Budget, sondern Haltung: Der Wille, anders zu denken. Ob durch Kunst, Familienerlebnis, Sensorik oder Musik – sie zeigen, wie Hospitality zu einem Medium wird, das inspiriert, erzählt, verbindet. Für Gastgeber:innen bedeutet das: Mut zur Handschrift. Denn wer außergewöhnlich sein will, muss nicht lauter, sondern klüger, klarer und konsistenter gestalten.

Aus dem Genusspunkt 3/2025

Copyright zu den verwendeten Beitragsbildern:
© Alexandria Coe

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One&Only Aesthesis und Alexandria Coe, Athen © Alexandria Coe
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