
Ein historisches Anwesen, ein botanischer Garten und eine Küche, die auf das Wesentliche reduziert: Das Flora Batava an der Vecht verbindet stilvolle Gastlichkeit mit kulinarischer Präzision. Genusspunkt war vor Ort.
Das Boutiquehotel Flora Batava in Nieuwersluis, eingebettet entlang der idyllischen Vecht, ist genau so ein Ort. Ein Ort, an dem sich Geschichte, Natur und zeitgenössische Gastlichkeit auf bemerkenswerte Weise verbinden.
Bereits beim Ankommen wird klar, dass hier mehr als nur ein Hotel steht. Das Anwesen „De Vijverhof“, dessen Ursprünge bis ins 17. Jahrhundert zurückreichen, war einst Treffpunkt für Botaniker, Künstler und Denker. Eine zentrale Figur: Agnes Block, die hier 1685 die erste fruchttragende Ananas der Niederlande kultivierte – eine kleine Sensation ihrer Zeit. Ihr Spitzname „Flora Batava“ lebt heute nicht nur im Namen des Hauses weiter, sondern prägt das gesamte Konzept.
Die rund 157 Jahre alte Villa wurde mit viel Feingefühl restauriert. Große Fenster, ruhige Farben, klare Linien – die Räume strahlen eine moderne, unaufgeregte Eleganz aus, die bewusst nicht laut sein will. Auch die Nebengebäude fügen sich harmonisch ein: Hier befinden sich weitere Zimmer sowie Tagungsräume. Alles wirkt durchdacht, aber nie inszeniert. Als Mitglied der renommierten Kooperation Quality Lodgings unterstreicht Flora Batava zudem seinen Anspruch an Qualität, Individualität und authentische Gastlichkeit.
Was Flora Batava wirklich besonders macht, ist der Garten. Er wurde von Designerin Patricia Debie neu interpretiert: Spazierwege, Blumenbeete, einem Teich und Terrassen, die sich wie selbstverständlich in die Landschaft einfügen. Die botanische Geschichte des Ortes ist hier nicht nur sichtbar, sondern spürbar. Beim Schlendern durch den Garten entsteht genau das, was man in der heutigen Hotellerie so selten findet: echte Ruhe.
Das kulinarische Herzstück des Hauses ist das Restaurant Bloei und auch hier setzt sich die Philosophie des Hauses konsequent fort. Der lichtdurchflutete Wintergarten mit seinen exotischen Pflanzen wirkt wie eine Hommage an den ehemaligen botanischen Garten. Die Atmosphäre ist entspannt, fast beiläufig elegant.
Die Küche setzt auf:
Was auffällt: Hier wird nichts überinszeniert. Stattdessen entsteht Qualität durch Präzision und Produktverständnis. Ein Beispiel, das uns besonders in Erinnerung geblieben ist: das Spiel aus klassischen Komponenten und modernen Kombinationen etwa bei Gerichten wie Royal Entenleber: Foie gras, Topinambur und dunkle Schokolade. Und natürlich: das Ananasdessert mit karamellisierter Butter – eine charmante Referenz an die Geschichte des Hauses. Mit 13 Punkten im Gault&Millau gehört Bloei zu den spannenden kulinarischen Adressen der Region.
Ein weiteres Highlight ist das Theehuis, dessen Form an ein Boot erinnert und direkt an der Vecht liegt. Hier wird der Blick automatisch langsamer: Boote ziehen vorbei, das Wasser glitzert, und die Zeit scheint kurz stehen zu bleiben.
Ob High Tea, ein Glas Wein oder ein leichter Lunch, dieser Ort funktioniert nicht über Inszenierung, sondern über Atmosphäre. Auch die Terrasse im Garten knüpft daran an: entspannt, offen, eingebettet in die Natur.
Flora Batava liegt strategisch perfekt und gleichzeitig völlig ruhig. Zwischen Amsterdam und Utrecht gelegen, eröffnet sich hier eine Region, die oft unterschätzt wird: historische Landgüter, Schlösser und Windmühlen, kleine Orte wie Maarssen, Breukelen oder Loenen.
Besonders eindrücklich: eine Fahrradtour entlang der Vecht, fast wie eine Reise zurück ins 17. Jahrhundert. Wer es aktiver mag, kann direkt vom Hotel aus ein Boot mieten und zu den Loosdrechtse Seen fahren, ein Natura-2000-Gebiet mit beeindruckender Naturvielfalt.
Flora Batava ist kein Hotel, das laut sein muss. Es ist ein Ort, der durch Haltung überzeugt: durch seine Geschichte, seine Klarheit und seine ruhige Form von Gastlichkeit. Oder, um es einfach zu sagen: Ein Rückzugsort, der nicht beeindrucken will und genau deshalb in Erinnerung bleibt.
Backen ist Präzision – und genau hier setzt Die Chemie des Backens an. Nicola Lamb erklärt nicht nur wie etwas gelingt, sondern vor allem warum. Fundiertes naturwissenschaftliches Wissen trifft auf praxisnahe Backrealität, verständlich auf- bereitet und frei von Küchenmythen. Von Mehl, Zucker, Eiern und Fett bis hin zu typischen Fehlern bei Ganache, Biskuit oder Custard: Dieses Buch gibt Sicherheit durch Verständnis.
Über 100 Rezepte, nach Zeitaufwand gegliedert, übersetzen die Theorie in die Praxis – von schnellen Projekten bis zu ambitionierten Klassikern. Ein Buch, das die Angst vor dem Scheitern nimmt und Backen als erlernbares Handwerk begreifbar macht. Pflichtlektüre für alle, die genauer wissen wollen, was im Ofen wirklich passiert.
INFO
Die Chemie des Backens
Autorin: Nicola Lamb
Verlag: Edition Michael Fischer / EMF Verlag
Umfang: 352 Seiten
ISBN: 978-3-7459-2936-2
Preis: € 35,00 (DE), € 36,00 (AT)
Erscheinung: September 2025
Rom erschließt sich am besten über den Teller. Zu Gast in Rom ist weniger klassisches Kochbuch als kulinarischer Stadtspaziergang – geführt von Stefan Maiwald und visuell getragen von Andrea Di Lorenzo. Zwischen Antipasti und Dolci entfaltet sich die römische Küche als gelebte Kultur: ehrlich, reduziert und tief verwurzelt.
Neben ikonischen Rezepten wie Cacio e Pepe, Carciofi alla Romana oder Saltimbocca öffnet das Buch Türen zu versteckten Trattorien, Märkten und Cafés, die fernab touristischer Routen liegen. Anekdoten, historische Einordnungen und präzise Insidertipps machen klar, warum Essen in Rom immer auch Identität ist. Ein Band, der Reise und Küche verbindet – und Lust macht, Rom mit allen Sinnen zu erleben, vor Ort wie zu Hause.
INFO
Zu Gast in Rom
Autor: Stefan Maiwald
Fotografie: Andrea Di Lorenzo
Verlag: Callwey
Umfang: 224 Seiten
ISBN: 978-3-7667-2822-7
Preis: € 45,00
Erscheinung: September 2025
Buchweizen, in Südkärnten liebevoll Hadn genannt, ist eines dieser Produkte, die leise verschwunden sind – und nun mit neuer Selbstverständlichkeit zurückkehren. HADN – Das Buchweizen Kochbuch widmet sich diesem fast vergessenen Kraftkorn mit bemerkenswerter Konsequenz: kulinarisch, kulturell und regional verankert.
Gemeinsam mit der Tourismusregion Klopeiner See – Südkärnten – Lavanttal begibt sich Foodexpertin und Redakteurin cookingCatrin (Catrin Ferrari-Brunnenfeld) auf eine Reise zu den Wurzeln des Kärntner Hadn. Das Buch verbindet über 55 kreative süße und pikante Rezepte mit fundiertem Hintergrundwissen – vom Anbau über die Geschichte bis hin zur heutigen Bedeutung als glutenfreies, nährstoffreiches Superfood. Hadn wird dabei nicht nur als Mehl gedacht, sondern ebenso als Grieß oder Reis: modern interpretiert, alltagstauglich und überraschend vielseitig.
INFO
HADN – Das Buchweizen Kochbuch
Autor:innen: Catrin Ferrari-Brunnenfeld (cookingCatrin)
Herausgeber: Tourismusregion Klopeiner See – Südkärnten – Lavanttal / KSL Tourismus Marketing GmbH
Umfang: 180 Seiten
ISBN: 978-3-200-09933-3
Preis: € 24,90
Erscheinungsdatum: September 2025
Ein historisches Anwesen, ein botanischer Garten und eine Küche, die auf das Wesentliche reduziert: Das Flora Batava an der Vecht verbindet stilvolle Gastlichkeit mit kulinarischer Präzision. Genusspunkt war vor Ort.