
„Tschuldigung“ oder „war nicht so gemeint“ – wirklich? Oder eher so, wie man sich heute oft entschuldigt: „Sorry, passt schon“. Oder das offizielle Politiker- und Manager-Statement: „falls Sie sich angegriffen gefühlt haben sollten, entschuldige ich mich in aller Form“.
Das klingt gerne einmal nach Absicherung: man entschuldigt sich für den Fall, dass der andere es so empfunden hat. Manche hören darin ein bisschen: „Ich weiß nicht, ob ich etwas falsch gemacht habe – aber wenn du’s so empfunden hast…“
Dabei wäre es so einfach. Eine brauchbare Entschuldigung besteht aus drei Elementen: erstens einem klaren Satz „Ich habe dich verletzt“ oder „Es tut mir leid“, zweitens einem Besitzanspruch „Das war mein Fehler“ oder „das wollte ich nicht“ und drittens vielleicht noch die Frage, die weh tut, weil sie ehrlich ist: „Was brauchst du jetzt?“
Natürlich ist ein Risiko vorhanden. Wer sich richtig entschuldigt, verliert kurz die Deutungshoheit. Man kann sich nicht gleichzeitig verbeugen und recht behalten. Genau darum sind Alibi-Entschuldigungen so beliebt: Sie beruhigen das Gegenüber, ohne die eigene Komfortzone zu verlassen.
Vielleicht zeigt sich Glaubwürdigkeit genau dort am stärksten: nicht in der Perfektion, sondern in der Bereitschaft, für das eigene Unperfektsein auch wirklich einzustehen.
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„Tschuldigung“ oder „war nicht so gemeint“ – wirklich? Oder eher so, wie man sich heute oft entschuldigt: „Sorry, passt schon“. Oder das offizielle Politiker- und Manager-Statement: „falls Sie sich angegriffen gefühlt haben sollten, entschuldige ich mich in aller Form“.