
Beginnen wir mit einem kleinen Kommunikationstest. Ohne Rangliste. Höchstens mit der Frage: Wie gut hören wir eigentlich hin oder wie präzise formulieren wir?
Was bedeutet:
„Ist schon okay.“ (Echte Gelassenheit – oder ein verkapptes: „Eigentlich gar nicht?“)
„Meld dich einfach.“ (Locker gemeint – oder höflich verpacktes Desinteresse?)
„Ich hab gerade viel um die Ohren.“ (Ehrliche Überforderung – oder sanfte Abgrenzung?)
„War interessant.“ (Neugier – oder diplomatisches Fiesback?)
„Passt für mich.“ (Zustimmung – oder stilles Nachgeben?)
„Alles gut bei dir?“ (Floskel im Vorbeigehen – oder echte Sorge?)
„Kein Stress.“ (Entspannt gemeint – oder passiv-aggressiv: „Jetzt ist es sowieso zu spät?“)
„Schon gut.“ (Versöhnung – oder das Ende eines Gesprächs, das nie richtig begonnen hat?)
Ohne Kontext sind solche Sätze oft schwer zu deuten. Stimme, Mimik und Situation geben auf jeden Fall noch wertvolle Hinweise. Aber sicher ist: Alltagskommunikation ist ein Minenfeld und voller Zwischentöne. Und genau dort entstehen Missverständnisse.
Nein, nicht wegen der Missverständnisse. Sondern: der Mai ist ein Beziehungsmonat. Beziehungen zeigen sich selten nur in den grossen Gesprächen. Sie zeigen sich in den kleinen Momenten dazwischen. In der Nachricht, die vielleicht kühler wirkt als gemeint. Im „Ist schon okay“, das eben nicht okay ist. Im „Wir reden später“, das dann im Alltag versandet. Oder auch wärmer, wie z.B. ein längerer Blick im Strassencafé. Eine spontane Einladung nach der Arbeit: „Kommst du noch mit?“ Ein „Wir müssten mal wieder …“, das diesmal tatsächlich eingelöst wird.
Vielleicht ist genau das die Einladung dieses Monats: genauer hinhören. Nicht nur auf das, was gesagt wird. Sondern auf das, was mitschwingt. Und vielleicht auch genauer sprechen. Nicht nur senden, was gerade rausrutscht. Sondern sagen, was wirklich gemeint ist.
Weil: Kommunikation ist Beziehung. Und der Mai erinnert uns daran, diese auch im Alltag sorgfältig und im Detail bewusst zu pflegen.
Geschichte ist oft eine Frage der Perspektive. Vergessene Heldinnen von Stefanie von Wietersheim verschiebt genau diesen Blick – ruhig, fundiert und mit großer erzählerischer Kraft. Das Buch versammelt Porträts von Frauen, die Pionierinnen, Visionärinnen und Wegbereiterinnen waren, deren Leistungen jedoch im kollektiven Gedächtnis kaum verankert sind. Nicht, weil sie unbedeutend gewesen wären, sondern weil Geschichte lange Zeit selektiv erzählt wurde.
Stefanie von Wietersheim zeichnet die Lebenswege dieser Frauen mit journalistischer Präzision und erzählerischer Tiefe nach. Sie erzählt von Hedy Lamarr, die nicht nur Filmikone war, sondern an der Entwicklung jener Technologie beteiligt war, auf der heutige Bluetooth-Verbindungen basieren. Von politischen Gestalterinnen, gesellschaftlichen Vorreiterinnen, kreativen Köpfen aus Kunst, Mode und Werbung – etwa jener Frau, die den legendären Slogan „I love New York“ prägte und damit Stadtmarketing neu definierte.
INFO
Vergessene Heldinnen – Frauen, die Geschichte schreiben
Autorin: Stefanie von Wietersheim
Verlag: Callwey
Umfang: 240 Seiten
ISBN: 978-3-7667-2789-3
Preis: € 29,95 (D) / € 30,80 (A) / CHF 40,50
Erscheinung: 2025
Backen ist Präzision – und genau hier setzt Die Chemie des Backens an. Nicola Lamb erklärt nicht nur wie etwas gelingt, sondern vor allem warum. Fundiertes naturwissenschaftliches Wissen trifft auf praxisnahe Backrealität, verständlich auf- bereitet und frei von Küchenmythen. Von Mehl, Zucker, Eiern und Fett bis hin zu typischen Fehlern bei Ganache, Biskuit oder Custard: Dieses Buch gibt Sicherheit durch Verständnis.
Über 100 Rezepte, nach Zeitaufwand gegliedert, übersetzen die Theorie in die Praxis – von schnellen Projekten bis zu ambitionierten Klassikern. Ein Buch, das die Angst vor dem Scheitern nimmt und Backen als erlernbares Handwerk begreifbar macht. Pflichtlektüre für alle, die genauer wissen wollen, was im Ofen wirklich passiert.
INFO
Die Chemie des Backens
Autorin: Nicola Lamb
Verlag: Edition Michael Fischer / EMF Verlag
Umfang: 352 Seiten
ISBN: 978-3-7459-2936-2
Preis: € 35,00 (DE), € 36,00 (AT)
Erscheinung: September 2025
Rom erschließt sich am besten über den Teller. Zu Gast in Rom ist weniger klassisches Kochbuch als kulinarischer Stadtspaziergang – geführt von Stefan Maiwald und visuell getragen von Andrea Di Lorenzo. Zwischen Antipasti und Dolci entfaltet sich die römische Küche als gelebte Kultur: ehrlich, reduziert und tief verwurzelt.
Neben ikonischen Rezepten wie Cacio e Pepe, Carciofi alla Romana oder Saltimbocca öffnet das Buch Türen zu versteckten Trattorien, Märkten und Cafés, die fernab touristischer Routen liegen. Anekdoten, historische Einordnungen und präzise Insidertipps machen klar, warum Essen in Rom immer auch Identität ist. Ein Band, der Reise und Küche verbindet – und Lust macht, Rom mit allen Sinnen zu erleben, vor Ort wie zu Hause.
INFO
Zu Gast in Rom
Autor: Stefan Maiwald
Fotografie: Andrea Di Lorenzo
Verlag: Callwey
Umfang: 224 Seiten
ISBN: 978-3-7667-2822-7
Preis: € 45,00
Erscheinung: September 2025
Beginnen wir mit einem kleinen Kommunikationstest. Ohne Rangliste. Höchstens mit der Frage: Wie gut hören wir eigentlich hin oder wie präzise formulieren wir?